Amazon.com Buchgeschäft bricht ein
Seattle - Wie das Internet-Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in den USA bekannt gab, stieg der Umsatz im dritten Quartal nur minimal auf 639 Millionen Dollar, (1,4 Milliarden Mark), gegenüber 638 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Dabei profitierte Amazon von einer raschen Expansion des überseeischen Geschäftes: Außerhalb der USA konnte der Internet-Händler seinen Umsatz um 58 Prozent auf 138 Millionen Dollar steigern. Auf dem Kernmarkt USA war das Geschäft dagegen stark rückläufig. Die Einnahmen aus dem Buchgeschäft brachen sogar weltweit um zwölf Prozent ein.
Zur Enttäuschung der Analysten hat Bezos zugleich seine Umsatzprognose für das traditionell starke vierte Quartal weiter nach unten geschraubt. Der Amazon-Chef rechnet nun nur noch mit Umsätzen zwischen 970 Millionen und 1,07 Milliarden Dollar. Analysten hatten eine Prognose in der Nähe von 1,1 Milliarden Dollar erwartet.
Geschrumpft sind allerdings auch die bei Amazon traditionell massiven Verluste: Im dritten Quartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen in einer Höhe von 170 Millionen Dollar, verglichen mit 240 Millionen Dollar im dritten Quartal 2000. Bezos erklärte, es sei dem Unternehmen gelungen, seine Betriebskosten seit Jahresbeginn um 20 Prozent zu senken.
Dennoch scheint sich Bezos nicht vollständig von seiner Devise "Wachstum statt Profit" getrennt zu haben. Er kündigte an, nun mit Niedrigpreisen neue Kunden locken zu wollen.
Das Unternehmen hält es weiterhin für möglich, dass es im vierten Quartal erstmals einen Gewinn erzielt. Dies werde ein "Meilenstein" sein, sagte Finanzchef Warren Jenson. Freilich spricht er lediglich von einem "operativen Pro-Forma-Gewinn". Wann Amazon erstmals einen Nettogewinn einfahren will, sagte er nicht.
Im nachbörslichen Handel in New York fielen die Aktien um mehr als neun Prozent auf unter neun Dollar.