Amazon.com Start frei für satte Gewinne
Seattle - Der Umsatz sei um 28 Prozent auf 1,084 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nachbörslich mit. Analysten hatten im Schnitt mit 1,05 Milliarden Dollar gerechnet. Vor allem im internationalen Geschäft verzeichnete der Online-Händler kräftig gestiegene Erlöse. Finanzchef Tom Szkutak zufolge zahlte es sich aus, dass Amazon die Preise gesenkt und verstärkt die Kosten für die Lieferung den Kunden abgenommen habe.
Das Unternehmen erhöhte deshalb auch seine bisherige Umsatzprognose für 2003. Für das Gesamtjahr erwartet Amazon.com nun einen Umsatzanstieg von rund 19 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal sollen die Erlöse zwischen 1 und 1,05 Milliarden Dollar liegen. Die neuen Prognosen übertreffen auch die Schätzungen der Marktexperten. Analysten hatten bisher im Schnitt für das Gesamtjahr einen Umsatz von 4,655 Milliarden Dollar und für das zweite Quartal von 963,32 Millionen Dollar erwartet. Bereits in den vergangenen zwei Quartalen hatte Amazon jeweils die Markterwartungen übertroffen.
Dennoch musste Amazon für das abgelaufene Quartal Verluste melden. Der Fehlbetrag betrug 10 Millionen Dollar oder 3 Cent je Aktie. Im Schlussquartal 2002 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1 Cent je Aktie erzielt. Vor einem Jahr war ein Fehlbetrag von 23 Millionen Dollar oder 6 Cent je Aktie angefallen.
Nachbörslich schoss die Aktie des Onlinehändlers von 25,12 Dollar bei Handelsschluss auf 27,45 Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 10 Prozent. "Amazon hat nur wegen seiner aggressiven Preispolitik und seinem umfangreichen Service unter dem Strich rote Zahlen geschrieben. Die Anleger honorieren, dass das Unternehmen damit weiter aggressiv wachsen will. Operativ ist das Geschäft eindeutig intakt", sagte ein Händler in New York.