Amazon-Expansion Stiefeletten aus dem Web
Seattle - Der amerikanische Internet-Händler verhandele derzeit mit den Modeketten Gap, Banana Republic, Nordstrom und Land's End über eine Partnerschaft, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Ziel sei es, noch in der Vorweihachtssaison über die US-Stammseite Amazon.com Schuhe und Kleidung anzubieten. Offiziell wollte keines der Unternehmen den Bericht bestätigen. Amazon-Chef Bezos hatte aber jüngst auf einer Analystenkonferenz von einem aufwändigen, fast ausgereiften Projekt gesprochen und damit Erwartungen geschürt.
Die mögliche Allianz soll dem Bericht zufolge vor allem als Marketing-Partnerschaft definiert werden, bei der Amazon ein geringes Risiko trage. So sollten die Kleidungshersteller Lagerhaltung und Auslieferung übernehmen, nur der Verkaufsvorgang werde über die Internetplattform des Händlers laufen. Amazon werde bei jedem erfolgreichen Verkauf von Gap, Nordstrom oder den anderen Beteiligten eine Provision erhalten, trage aber nur geringe eigene Kosten.
Amazon hat laut "Journal" bereits seit zwei Jahren versucht, mit Einzelhändlern Partnerschaften abzuschließen, für die das Internet-Unternehmen sein teures Lager nicht erweitern muss. Bisher habe der Online-Händler aber von möglichen Partnern exorbitante Werbeprovisionen verlangt, die viele abgeschreckt hätten.
Das Geschäft mit Kleidung gelte derzeit als besonders umsatzträchtige Zukunftschance für den E-Commerce. In den USA werde der Gesamtwert der online verkauften Kleidung in diesem Jahr vermutlich 5,2 Milliarden Dollar betragen, so das "Journal" - nach 4,4 Milliarden im Jahr 2001. Bei Land's End werde schon heute ein Drittel der Umsätze über das Internet erzielt.