Amazon-Umsätze Deutsche Kunden immer wichtiger
Düsseldorf - Für Ralf Kleber, den Deutschland-Chef von Amazon, ist eine wichtige Wegmarke erreicht. "Wir steuern erstmals mehr als zehn Prozent des Umsatzes zum Gesamtgeschäft bei", sagte er dem "Handelsblatt".
Der US-Konzern aus Seattle war 1998 durch den Aufkauf von ABC Bücherdienst/Telebuch in den deutschen Markt eingestiegen. In der Folgezeit baute er das Geschäft zum Marktführer im deutschen Buchhandel aus. Schätzungen zufolge verkaufte der Konzern in Deutschland im vergangenen Jahr Bücher im Wert von 640 Millionen Euro.
Amazon.de: Die Potter-Verschicker von Bad Hersfeld
Das Wachstum sei ungebrochen, sagte Kleber dem Blatt. "Weltweit haben wir in den ersten neun Monaten des Jahres im Mediensortiment um 20 Prozent zugelegt", sagte er. In Deutschland sei die Entwicklung ähnlich. Allein 240.000 Mal habe man den sechsten Band von Harry Potter am Erscheinungstag verkauft
Insgesamt sei das Medienangebot noch für 77 Prozent des weltweiten Amazon-Umsatzes verantwortlich. Der Rest verteilt sich auf Elektro- und Elektronikartikel, Haushaltswaren, Spielzeug und Werkzeug. "Hier ist der Anteil in den vergangenen zwölf Monaten von 18 auf 23 Prozent gestiegen", berichtet der Deutschlandchef. Die Aufnahme weiterer Sortimente sei geplant, sagte er. Details nannte er nicht.
Doch längst nicht alles vertreibt Amazon auf eigene Rechnung. "Im dritten Quartal 2005 haben wir weltweit mit etwa einer Million Händlern kooperiert, die für 30 Prozent des Umsatzes stehen." Bei diesen Verkaufsgeschäften kassiert Amazon lediglich eine Umsatzprovision.