AMD-Chef Sanders: "Der Pentium 4 ist ein Blindgänger" - DER SPIEGEL
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AMD-Chef Sanders "Der Pentium 4 ist ein Blindgänger"

Kämpferisch wie eh und je gibt sich AMD-Gründer Jerry Sanders. AMD habe seinen Marktanteil bei Mikroprozessoren weiter ausbauen können.
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Sunnyvale - Mit einem Preiskrieg mit Branchenschwergewicht Intel rechne er nicht. Außer den "dramatischen" Preissenkungen für den Pentium-4-Prozessor seien "keine außerordentlichen" Preiskürzungen beim Wettbewerber zu erkennen, sagte Sanders bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse. "Ich denke, ein lausiger Wagen bleibt ein lausiger Wagen, auch wenn er mit einem Preisnachlass angeboten wird", lautete seine Begründung. Man werde bei der Preisgestaltung weiterhin auf Wettbewerbsfähigkeit achten. AMD habe seinen Marktanteil bei Mikroprozessoren im ersten Quartal von rund 17 Prozent im Vorjahresquartal auf mehr als 21 Prozent gesteigert.

Der Chef des Chip-Herstellers geht davon aus, dass das PC-Segment die derzeitige Abwärtsentwicklung im Halbleitermarkt beenden wird. Das Telekommunikationssegment werde für die Branche dagegen zumindest bis zum dritten Quartal weiter eine Last darstellen, bis sich im vierten Quartal "hoffentlich eine Erholung" einstelle. Angesichts der deutlichen Kürzungen der Investitionen im Bereich Telekommunikation könne dieses Segment die Branche nicht aus der Krise führen. Die sinkende Chip-Nachfrage sei das "direkte Resultat des Platzens der Telekom-Seifenblase", sagte der AMD-Chef.

In Dresden wird über eine Milliarde Mark investiert

"Optimistischer" äußerte sich AMD-Präsident Hector de Ruiz zu den Aussichten im zweiten Halbjahr. Was Lagerbestände angehe, sei das Unternehmen "gut positioniert": Es gebe im gesamten Vertriebskanal keine übermäßigen Lagerbestände. Das Unternehmen will im laufenden Geschäftsjahr 200 Millionen Dollar (umgerechnet 443 Millionen Mark) mehr investieren als bisher geplant. Von den insgesamt 2,21 Milliarden Mark sollen mehr als die Hälfte in die Einführung der 0,13-Mikron-Prozesstechnologie im Werk Dresden gesteckt werden.

Der Gewinn je Aktie sank im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von 55 Cents im Vorjahr auf 37 Cents. Damit hat der Konzern allerdings die durchschnittliche Prognose von 33 Cents um 4 Cents übertroffen. Der Nettogewinn sank damit im Auftaktquartal auf umgerechnet 285,26 Millionen Mark, verglichen mit 419,25 Millionen Mark im ersten Quartal 2000. Die Umsätze stiegen sogar, und zwar um neun Prozent von 2,41 Milliarden auf 2,64 Milliarden Mark. Analysten hatten zuvor mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Mark gerechnet.

An der Wall Street hatten AMD vor Bekanntgabe der Zahlen mit einem deutlichen Kursplus von 21 Prozent auf 27,85 Dollar geschlossen. Seit Ende vergangenen Jahres hatte der Titel den Philadelphia Semiconductor Index für die Titel der Halbleiterbranche um gut 81 Prozent geschlagen. Die Intel-Aktie blieb hingegen um etwa neun Prozent hinter der Index-Entwicklung zurück.