American Airlines Vom Pech verfolgt
New York - American Airlines (AA) hatte in diesem Jahr durch den Kauf der Vermögenswerte der bankrotten US-Fluggesellschaft TWA den bisherigen Branchenführer United Airlines beim Umsatz überholt. American litt aber bereits vor den September-Anschlägen ebenso wie andere US-Fluggesellschaften unter der schwachen US-Konjunktur. Diese reduzierte den lukrativen Geschäftsreiseverkehr und das Touristengeschäft enorm. Nach den Anschlägen war der Flugverkehr nochmals dramatisch zurückgegangen.
Die AA-Muttergesellschaft AMR machte im dritten Quartal vor Sondereinflüssen einen Verlust von 414 Millionen Dollar gegenüber einem Gewinn von 313 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Quartalsumsatz schrumpfte um 8,4 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar.
AMR-Konzernchef Don Carty kündigte nach den Anschlägen die Streichung von rund 20.000 Stellen an und kürzte die Flugkapazität um 20 Prozent. Ähnliche Schritte haben auch andere US-Fluggesellschaften ergriffen. American verfügt über rund 717 Maschinen.
Insgesamt verbuchten die acht größten amerikanischen Fluggesellschaften im dritten Quartal 2001 Gesamtverluste in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, und im Schlussquartal dieses Jahres drohen weitere riesige Fehlbeträge. Die US-Regierung sprang mit Zuschüssen und Kreditgarantien von 15 Milliarden Dollar ein, um eine Konkurswelle bei den angeschlagenen Fluggesellschaften zu vermeiden.
AMR setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahres einschließlich TWA 15,1 Milliarden Dollar um, ein Plus von 2,1 Prozent. Es fiel ein Verlust von 964 Millionen Dollar an gegenüber einem Gewinn von 766 Millionen Dollar. Kurz nach der Nachricht von dem Absturz brach die AMR-Aktie um fast 13 Prozent auf 15,80 Dollar ein.