Amtseinführung Bushs gesponserte 40-Millionen-Party
Hamburg - Präsident der USA wird man höchstens zweimal - und weil es für George W. Bush die letzte Amtseinführung ist, will der Präsident es bei der 55. Inaugurationszeremonie richtig krachen lassen. Früher waren jene Veranstaltungen, bei denen der Präsident den Amtseid ablegt, eine finanziell überschaubare Veranstaltung. Den ersten offiziellen Ball veranstaltete man 1809 zu Ehren von James Madison. Tickets wurden am Eingang verkauft.
Erst in den achtziger Jahren wurde es Mode, aus der Zeremonie ein Medien- und Gesellschaftsspektakel zu machen. Präsident Ronald Reagan gab als erster einen zweistelligen Millionenbetrag für seine Amtseinführung aus. George H. W. Bush, der Vater des amtierenden Präsidenten, verfeierte im Jahr 1989 bereits 30 Millionen Dollar. Eine ähnliche Summe wendete auch sein Nachfolger Bill Clinton auf.
Parteispenden sind während des Wahlkampfs seit einer Reform der Gesetze zur Parteifinanzierung im Jahr 2002 auf 1000 Dollar pro Person beschränkt. Für die Inaugurationszeremonie hingegen gibt es kein gesetzliches Limit. Viele Unternehmen sehen das Großereignis denn auch als gute Möglichkeit, dem neuen Präsidenten eine Großspende zukommen zu lassen und hohe Regierungsbeamte zu treffen.
Bush-Bierkrug zur Erinnerung
Personen oder Firmen, die den von den Republikanern festgelegten Maximalbetrag von 250.000 Dollar spenden, erlangen den begehrten Status eines so genannten underwriters. Neben Tickets bekommen die Mega-Spender Zugang zu jenen Party-Bereichen, in denen sich der Präsident und sein Vize, Dick Cheney, aufhalten.
Nach Angaben des "Wall Street Journal" konnte Bush bisher insgesamt 18 Millionen Dollar einsammeln. Zwölf Millionen davon als Großspenden von US-Unternehmen. Zu den underwriters gehören unter anderem AT&T , Bank of America , United Parcel Service und American Financial Group. Mindestens 100.000 Dollar gespendet haben etwa PepsiCo , Goldman Sachs oder Computer Associates.
Weitere Umsätze erwirtschaftet das Bush'sche Inaugurationskomittee über eine Website , die Souvenirs verkauft. Zur Auswahl stehen unter anderem der Amtseinführungs-Geldclip (19.95 Dollar), der Amtseinführungs-Bierkrug (29,95 Dollar) oder der Amtseinführungs-Briefbeschwerer (32,95 Dollar).
Experten zweifeln nicht daran, dass Bush bis zum 20. Januar seinen eigenen Rekord von 40-Millionen-Dollar (für die erste Amtseinführung) schlagen wird. Damit hat er Madison, dem vierten Präsidenten, einiges voraus. Dessen Party geriet mangels Geld und Organisation zu einem Desaster. Der Politiker John Quincy Adams beschwerte sich nach dem Ball im Washingtoner Long Hotel: "Die Menschenmassen waren unmäßig, die Hitze niederschmetternd und die Vergnügungen missraten."