Analysten: Abschluss bereitet keine Kopfschmerzen - DER SPIEGEL
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Analysten Abschluss bereitet keine Kopfschmerzen

Durchweg positiv haben die Finanzexperten den Tarifabschluss in der Metallindustrie aufgenommen. Für Volkswirtschaft und Unternehmen bedeute der Kompromiss keine Belastungen.
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Peter Meister von der BHF-Bank beurteilte den Tarifabschluss durchweg positiv und sprach von moderaten Lohnsteigerungen. "Der Abschluss hat schon Pilotcharakter für die gesamte Metallindustrie." Die durchschnittliche Lohnerhöhung dürfte bei 2,5 bis 2,6 Prozent im Jahr liegen, was in etwa dem Produktivitätsfortschritt in Deutschland entspreche, sagte Meister. Das Wachstum in Deutschland werde durch den Abschluss nicht gehemmt.

"Auch der Geldpolitik in der Euro-Zone wird der Abschluss keine Kopfschmerzen bereiten", so Meister. Ein gutes Zeichen sei zudem, dass die Verhandlungen ungewöhnlich zügig abgeschlossen worden seien und dass die IG Metall ihre Forderung einer Rente mit 60 nicht habe durchsetzen können. Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank stimmte Meister weitgehend zu. Die Einigung sei niedriger als erwartet ausgefallen und dürfte kein zusätzlichen Inflationsgefahren schüren, sagte Bielmeier. "Das sind gute Nachrichten für Deutschland und die Euro-Zone." Die EZB habe jetzt einen Grund weniger, die Leitzinsen zu erhöhen. "Das Gesamtpaket umfasst einen Lohnanstieg von 5,1 Prozent über die nächsten 24 Monate, was für deutsche Verhältnisse ein guter Abschluss ist."

"Positive Überraschung"

Gerhard Grebe von der Bank Julius Bär in Frankfurt wertete den Abschluss als "positive Überraschung, da die IG Metall zuvor einen härtere Position vertreten hatte". Die EZB werde deshalb nicht die Zinsen anziehen müssen. "Trotzdem rechnen wir mit Blick auf den schwachen Euro noch mit einer Zinserhöhung", fügte er aber hinzu.

Der Abschluss sollte sich auch positiv auf den Aktienmarkt auswirken, insbesondere auf die Kurse der traditionellen Industrieaktien, da in diesem Sektor die Lohnabschlüsse eine entscheidende Rolle spielen.

Empfehlung für Maschinenbauwerte

Die Maschinenbauer sind für Heino Ruland von Ruland Research nach dem Metall-Tarifabschluss kaufenswert. Der Abschluss sei positiv und trage die Handschrift des Chemie-Abschlusses. "Er ist vielleicht einen Tick teurer", so der Analyst. Der etwas höhere Gehaltsabschluss werde aber teilweise durch einen etwas günstigeren Abschluss zur Altersteilzeit wettgemacht. Für Zinsen und Inflation sei der Abschluss neutral, da die Volkswirte eine solche Größenordnung eingeplant hätten.

Bei den Maschinenbauern würden nun Produktivität und Gewinne mit der Kapazitätsauslastung weiter wachsen. Vorsichtig sollten Anleger bei Autotiteln bleiben, da hier der Gipfel, der Kapazitätsauslastung bereits erreicht sei. In der Elektroindustrie sei der Peak vermutlich nahe.