Analysten Apple hat ein Mac-Problem
Cupertino - Die Gewinnwarnung des Computerherstellers Apple ist allein der Wettbewerbsposition des Unternehmens und nicht der Lage der Branche insgesamt geschuldet, sagen Analysten.
Die Gewinnwarnung stelle lediglich eine schlechte Nachricht für die Mac-Plattform dar, betonte Kurtis King von Banc of America Securities. King erwartet nicht, dass die Apple-Konkurrenten Compaq und Dell ähnliche Ankündigungen machen müssen. Die beiden PC-Hersteller erzielten Umsatz und Ergebnis im Gegensatz zu Apple eher mit Unternehmen als mit Privatkunden. Das gleiche gilt für Gateway.
Untersuchungen des Bankhauses Sanford C. Bernstein & Co. zeigen, dass Apple Marktanteile verloren hat. Der Absatz sei in unverhältnismäßig hohem Maße von Ersatz- und Upgrade-Käufen der Kunden abhängig, sagt Vadim Zlotnikov von Bernstein.
Die Gewinnwarnung hänge daher mit dem Lebenszyklus der Apple-Produkte zusammen: Viele Mac-User hätten erst kürzlich ihre alten Computer durch neue Systeme mit G3- und G4-Prozessoren ersetzt. Sie seien deshalb noch nicht bereit, auf den neuen "G4 Cube" umzusteigen, weswegen die Umsätze mit diesem Produkt schlechter als erwartet ausgefallen seien, unterstrich Zlotnikov.
Trotz der Gewinnwarnung bezeichnete der Analyst die Entscheidung der Kultfirma aus Cupertino, die höherwertige G4-Linie anstatt der preisgünstigen iMac-Gruppe ins Zentrum zu rücken, als richtig. "Die preisgünstige Produktlinie ist ausgeschöpft. Apple muss seine Produkte weiter diversifizieren", fügte er hinzu.