Analysten: EADS ist "kein Schnäppchen" - DER SPIEGEL
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Analysten EADS ist "kein Schnäppchen"

Für Analysten stehen bei EADS die Zeichen nicht unbedingt auf "kaufen". Sie sehen vor allem in dem hohen Staatsanteil Gefahr für den künftigen Aktienkurs.
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Frankfurt am Main - Analysten weisen einmütig auf die Risiken bei EADS hin. So sieht die Deutsche Bank, eine der verantwortlichen Emissionsbanken, die Abhängigkeit vom Dollarkurs als eine Schwäche des Konzerns. Auch der geringe Streubesitz und die hohen Investitionskosten für den A3XX, die den Gewinn einige Zeit belasten, werden erwähnt.

Pia-Christina Schulze, Analystin bei Merck Finck, wies zudem darauf hin, dass der hohe Rüstungsanteil einige Anleger schrecken könnte. Zudem habe die Luft- und Raumfahrt natürlich nicht die "New Economy"-Phantasie wie beispielsweise Telekommunikations- oder Internet-Titel.

Nach Ansicht der Deutschen Bank birgt auch die Beteiligung von gleich drei Nationalitäten gehöriges Konfliktpotenzial. Die Zusammenführung der unterschiedlichen Unternehmenskulturen könne gerade in der Anfangsphase zu Problemen führen. Nicht vereinfacht werde die Situation durch die starke Stellung des französischen Staates, der 15 Prozent an EADS hält. Auch EADS-Co-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff hatte wiederholt von einer "Herkules-Aufgabe" gesprochen. Einen Vorgeschmack auf mögliche Reibereien gab es schon bei den zähen Verhandlungen um den Airbus A3XX und seine Produktionsstandorte. Immer wieder musste der Verkaufsstart verschoben werden, weil einzelne Partner ihre nationalen Interessen nicht ausreichend gewahrt sahen. Nach Einschätzung von EADS-Co-Chef Rainer Hertrich wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis die Integration abgeschlossen ist.

Einig sind sich die Analysten aber auch, dass der Konzern recht gut aufgestellt ist. Durch die neue Airbus-Gesellschaft AIC können die Kosten weiter gedrückt werden. Die Deutsche Bank rechnet für den EADS-Konzern in den kommenden Jahren mit Gewinnsteigerungen um etwa 20 Prozent pro Jahr. Der A3XX werde die Erträge zwar zunächst drücken, langfristig aber ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein. Zudem geht die EADS bereits mit einem Auftragsbestand von 100 Milliarden Euro an den Start. Bis 2005 soll der Umsatz von derzeit knapp 22 Milliarden Euro auf 27 Milliarden Euro klettern. Auch durch Allianzen mit US-Konzernen könne die Attraktivität weiter erhöht werden, meinte Analystin Schulze.