Analysten: Enttäuschung über Alleingang - DER SPIEGEL
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Analysten Enttäuschung über Alleingang

In ersten Reaktionen haben Devisenmarkt-Analysten verhalten auf die Intervention der EZB reagiert. Sie kritisierten die fehlende Unterstützung aus Japan und den USA.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sarah Lütgert, HSBC Trinkaus & Burkhardt:

"Ich bin über den Alleingang der Europäischen Zentralbank beim Devisemarkteingriff enttäuscht. Die sonst so interventionsfreudige Bank of Japan hat gesagt, dass sie an einem Schritt überhaupt nicht interessiert sei. Von amerikanischer Seite ist vor den US-Wahlen am 7. November sowieso nicht mit Interventionen zu rechnen."

Steven Sawyell, Fuji Bank: "Die Intervention ist zeitlich gut platziert. Sie kommt, nachdem es bereits einen leichten Stimmungsumschwung für den Euro gegeben hat. Sie machen offensichtlich das Richtige. Es ist aber kein großer Schritt. Es ist nicht wie der Effekt am 22.September, als der Euro um drei große Stellen vorrückte. Es gibt aber große Bedenken, ob das durchgehalten werden kann".

Monique Wong, UBS Warburg: "Es wird nicht erwähnt, dass sich andere Zentralbanken außerhalb der Euro-Zone anschließen, was die Aktion etwas riskant erscheinen lässt. Der Markt scheint es aber zu mögen, der Euro hat schön angezogen."

Klaus Schürer, BFG Bank: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass die EZB interveniert. Dennoch ist der Schritt nicht überraschend gekommen, nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen darüber spekuliert worden ist. Die EZB möchte wohl mit der Intervention die Erholung des Euro untermauern. Die Erfahrung zeigt, dass Interventionen besonders dann erfolgreich sind, wenn es mit dem Wechselkurs schon aufwärts geht".

Uwe Angenendt, BHF Bank: "Das scheint nicht viel gewesen zu sein, denn der Markt reagiert recht moderat. Ich kann mit aber vorstellen, dass das nicht alles gewesen ist und im Tagesverlauf noch mehrere Wellen folgen könnten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass zur Untermauerung noch eine Zinserhöhung folgen könnte".