Analysten Gesprächsabbruch nur taktisches Manöver
Seoul - Der Rückzug von Ford aus den Übernahmeverhandlungen um den angeschlagenen koreanischen Autobauer Daewoo ist nach Ansicht von Analysten lediglich ein taktisches Manöver, um den Preis zu drücken. Daher müsse mit einer baldigen Wiederaufnahme der Gespräche gerechnet werden, hieß es am Freitag in Tokioter Finanzmarktkreisen.
Mark Barclay von Samsung Securities erklärte, dass sich die Amerikaner mit der südkoreanischen Regierung nicht über den Kaufpreise einigen konnten. Ford hatte mit einer Offerte von sieben Milliarden Dollar die Konsortien von Hyundai und DaimlerChrysler sowie General Motors und Fiat überboten. Die Regierung aus Seoul nimmt bei den Verhandlungen auf Grund der problematischen finanziellen Lage des Konzerns eine Schlüsselstellung ein.
Auch Kim Hak Joo von Hyundai Securities geht davon aus, dass die Amerikaner den Preis drücken wollen. Falls Ford mit der Regierung zu keiner Einigung kommen könne, erhielten Hyundai und DaimlerChrysler die Chance, sich bei Daewoo einzukaufen. Dies wären Kim zufolge sehr gute Nachrichten für Konkurrent Hyundai, der damit nicht nur sein marktbeherrschende Stellung in Korea verteidigen, sondern auch noch die ausländischen Standbeine ausbauen könnten. Barclay gab jedoch zu bedenken, dass einer Daewoo-Übernahme durch Hyundai kartellrechtliche Bedenken entgegen stünden.