Analysten: "Hauptsache es passiert was" - DER SPIEGEL
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Analysten "Hauptsache es passiert was"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Branchenbeobachter würden ein Angebot der Deutschen Telekom für den US-Mobilfunkanbieter VoiceStream grundsätzlich begrüßen. Hauptsache, es passiert was, denn die Anleger verlören die Geduld, lautet die Meinung am Markt.

"Es wäre endlich ein Fuß in der Tür in den USA", kommentierte Robert Halver, Analyst bei Delbrück & Co. Das US-weite Netz und der GSM-Standard passen seiner Ansicht nach gut zu den Bonnern. Ob der Kauf von Sprint, über den seit Wochen spekuliert wird, damit vom Tisch sei, bezweifelt er jedoch. Sprint als Komplettanbieter würde einen breiteren Einstieg in den US-Markt garantieren. Immerhin blieben auch bei der Akquisition von VoiceStream noch 70 Milliarden Dollar in der Kriegskasse der Telekom für weitere Käufe übrig, rechnet Halver vor. Mit einem Kaufpreis von gut 30 Milliarden Dollar für den US-Mobilfunker könne man leben. "In dieser Branche werden halt astronomische Summen gezahlt."

Am Markt wird der potenzielle Preis jedoch als hoch eingestuft. "Wenn man bedenkt, dass Hutchison vor einem Jahr für 26 Prozent von Voicestream lediglich eine Milliarde Dollar bezahlt hat", gab ein Händler zu bedenken. Auf der anderen Seite habe der bislang eher unbekannte US-Anbieter stark expandiert.

Außerdem befinde sich Ron Sommer in Zugzwang, so dass er sicher ein wenig tiefer in die Tasche greifen müsse, meint ein Marktteilnehmer. Und mit dem angeschlagenen Marktumfeld sei die Verhandlungsposition der Telekom gar nicht so schlecht. Auch habe sich zuletzt immer wieder gezeigt, dass Offerten zunächst als sehr hoch eingestuft worden waren, diese aber innerhalb eines Jahres mit deutlichen Gewinnen veräußert werden könnten.