Analystenmeinung Börsengang frühestens 2001
Düsseldorf - Die Verschiebung des Börsengangs ihrer Tochter T-Mobile wird von Analystenseite nicht als Beeinträchtigung der Deutschen Telekom angesehen. Ralf Hallman von der Bankgesellschaft Berlin sieht die Telekom nach dem Kauf von VoiceStream nicht unter Druck, sich rasch eine Akquisitionswährung für weitere Übernahmen im Mobilfunkbereich zu beschaffen. Dies sei ja üblicherweise das Hauptziel eines Börsengangs. Auf den Mittelzufluss aus dem Börsengang sei die Telekom aber momentan nicht nicht angewiesen.
Aus Sicht des Analysten entsteht der Telekom durch die Verschiebung auch kein Imageproblem, obwohl sie 2000 als das Jahr dreier Börsengänge propagiert hatte. Hätte man unbedingt versucht, den Herbst-Termin einzuhalten, so hätte die Gefahr bestanden, dass dies auf Kosten einer sorgfältigen Einarbeitung der VoiceStream-Zahlen in die Börsenprospekte gegangen wäre. Nunmehr habe die Telekom außerdem die Chance, die Aussichten und Marktchancen von T-Mobile den Anlegern näher zu bringen. Bislang sei die "Schlagkraft" des Teilkonzerns nicht recht zu erkennen gewesen, sagte Hallmann.
Er verwies darauf, dass die internationalen Mobilfunkbeteiligungen wie One2One oder max.mobil. bisher unter das Auslandsgeschäft der Telekom fielen. Einen günstigen Nebeneffekt der Verschiebung sieht Hallmann zudem darin, dass das derzeit negative Branchenumfeld umschifft wird. Dass es noch in diesem Jahr mit dem Börsengang etwas wird, hält er für unwahrscheinlich. Eher sei mit dem ersten oder zweiten Quartal 2001 zu rechnen. Allerdings könnte dies dann mit den Börsengängen anderer Mobilfunkunternehmen wie KPN Mobile oder New Orange kollidieren. In einem solchen Fall seien an der Aufnahmefähigkeit des Marktes Zweifel angebracht.
Stefan Paul Mechnig, vwd