Andersen Übernahmeschlacht entbrennt
New York - KPMG war ins Spiel gekommen, nachdem die Gespräche mit dem ersten Bieter, Deloitte Touche Tohmatsu, ins Stocken geraten waren, berichtet die "New York Times". Erste Gespräche zwischen den beiden Unternehmen hätten bereits stattgefunden. Parallel dazu steht Andersen auch mit Ernst & Young in Kontakt.
Den Andersen-Manager steht damit ein hochkomplizierter Verhandlungsmarathon bevor. Denn neben dem Poker mit den drei konkurrierenden Bietern gilt es auch noch, die Interessen gegenüber der US-Aufsichtsbehörde für den Wertpapierhandel, SEC, zu vertreten. Hier müssen sich die Andersen-Manager wegen ihrer Verstrickung in den Skandal um die Pleite des US-Energiehändlers Enron verantworten.
Vollends kompliziert werden Verhandlungen um die Übernahme aber erst durch die Struktur des Andersen-Konzerns, denn das Unternehmen ist eher ein Konglomerat aus vielen einzelnen Partnerschaften, als eine unternehmerische Einheit. Einige Einzelbüros wollen dabei lieber selbst über ihr Schicksal entscheiden, als dies der New Yorker Zentrale zu überlassen.
Nach Einschätzung von Experten birgt die Situation erhebliche Risiken, denn je weiter die Zeit voranschreitet, desto größer wird die Gefahr, dass sich die Klienten in Scharen von Andersen absetzen. Die Andersen-Konkurrenten hätten aber nicht genügend Kapazitäten, um sie in ihren Kundenstamm aufzunehmen. Es sei also Eile geboten, wenn man ein Chaos verhindern wolle.