Angeschlagener Autobauer Magna-Gründer will Opel "nur helfen"
Graz - Bis vor kurzem kannte kaum jemand Magna. Jetzt steht der Zulieferer plötzlich im Licht der Öffentlichkeit - als möglicher Investor für den angeschlagenen Autobauer Opel.
Magna-Gründer und -Verwaltungsratschef Frank Stronach sorgt aber mit einem Interview für Verwirrung: Er sehe sich "nicht als Retter" von Opel, er wolle "nur helfen", sagte er der österreichischen " Kleinen Zeitung ". Er relativierte damit Meldungen über einen geplanten Einstieg bei Opel. Die Zeitung hat ihren Sitz in der Steiermark, Stronachs Heimat. Der Magna-Chef gilt als sehr heimatverbunden.
Magna-Gründer Stronach: Art des Engagements offen
Foto: DPAUnd weiter: "Wenn es einem Kunden von uns schlecht geht, schauen wir immer, ob wir etwas tun können. Das gilt für alle Partner. Wobei wir natürlich zuerst immer schauen müssen, ob das für Magna auch gesund ist."
Über die mögliche Rolle Magnas bei Opel hielt sich Stronach bedeckt. Es sei viel zu früh, darüber zu reden. Stronach betonte aber: "Wir beliefern Opel, und es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht. Der Markt darf nicht verlorengehen." Es gehe auch darum, Arbeitsplätze zu halten und neue zu schaffen.
Ausgeschlossen ist ein Einstieg aber offenbar nicht. Stronach bekräftigte, dass Magna genug Geld für ein Engagement bei Opel habe. "Wir haben ungefähr 1,5 Milliarden Dollar Bar-Reserven auf der Bank, da können wir ruhig in ein Geschäft hineingehen, ohne uns selbst zu gefährden."
Zudem, sagte Stronach, sei Opel ein guter Hebel in den russischen Markt. "Mit unserem Wissen und unseren Fähigkeiten könnten wir da Koordinatoren sein, das würde auch Österreich zugute kommen."
Magna ist dem Umsatz nach der drittgrößte Autozulieferer der Welt - nach Densa und Robert Bosch. Das Unternehmen liefert nicht nur Teile, sondern baut für Hersteller auch komplette Fahrzeuge.
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) will Magna sich mit 20 Prozent an Opel beteiligen und über Tochterfirmen mit weiteren Anteilen die Mehrheit an dem Autobauer übernehmen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sprach am Dienstag nach einem ersten Treffen mit Magna-Vertretern von einem "ersten interessanten Grobkonzept".
Laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" verdichten sich Anzeichen, dass Magna bei einer Übernahme mit dem russischen Autobauer GAZ kooperieren könnte. GAZ dementierte dies jedoch. "Wir weisen jegliches Interesse zurück, und auch, dass wir Optionen prüfen, uns am Aktienkapital von Opel zu beteiligen."
Neben Opel ist auch der italienische Autokonzern Fiat an der Tochter des US-Herstellers General Motors interessiert. Deutsche Politiker und Gewerkschafter hatten jüngst eine Präferenz für Magna erkennen lassen, da sie bei einem Einstieg durch Fiat einen Arbeitsplatzabbau fürchten.