Angestellten-Fotos: Playboy will Wal-Mart-Frauen an die Wäsche - DER SPIEGEL
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Angestellten-Fotos Playboy will Wal-Mart-Frauen an die Wäsche

Möglicherweise können sich die Verkäuferinnen bei Wal Mart bald selbst in voller Leibespracht im Internet bewundern - Playboy.com will die schönsten Kassiererinnen nackt abbilden. Für den weltgrößten Einzelhändler ist dies ein Schock - schließlich hat er sich in der Vergangenheit überaus prüde gezeigt.
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New York - "Wal-Mart-Angestellte haben den Ruf sehr fröhlich zu sein", sülzt das Internet-Magazin "Playboy.com" in seiner Pressemitteilung. Deshalb wolle man den Frohnaturen die Chance geben, in die Kamera zu lächeln - wobei die Damen möglichst weitgehend auf Kleidung verzichten sollen.

Der Schritt des Playboy stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg dar, den Bereich "Wirtschaftsberichterstattung" im Heft weiter auszubauen. Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte das Hochglanzmagazin eine Fotostrecke mit morbidem Charme über die "Enron-Frauen" des US-Skandalunternehmens, die "Starbucks-Frauen" des Kaffeestuben-Giganten lächelten im laufenden Jahr von den Playboy-Seiten.

Die Mitteilung traf Wal-Mart völlig unvorbereitet. Er wisse von dem Playboy-Angebot, sagte ein Sprecher. Doch dies sei "nicht das Stadion, in dem Wal-Mart spielen" wolle. Ob der Konzern diejenigen weiblichen Angestellten bestrafen werde, die sich auszögen, wollte der Sprecher nicht sagen.

Für Wal-Mart ist das Playboy-Angebot eine überaus schlüpfrige Angelegenheit. Denn der Handelsgigant hat in der Vergangenheit peinlich genau darauf geachtet, sein Image als prüder und verklemmter Familien-Supermarkt zu zementieren. So kündigte Wal-Mart schon mal an, Herrenmagazine mit allzu freizügigen Titeln aus dem Sortiment zu nehmen. Eine Wal-Mart-Filiale in Arkansas verbannte in diesem Jahr mit "FHM", "Maxim" und "Stuff" gleich drei der Hochglanzzeitschriften aus seinen Regalen, nachdem sich Kunden beschwert hatten.

Außerdem hatte sich Wal-Mart in der Vergangenheit geweigert, CDs mit nach ihrer Meinung nach gewalt- und sexverherrlichenden Texten zu verkaufen. Statt dessen standen in der Folge "saubere" Versionen der CDs bei Wal-Mart, die in Text und Cover-Bild der Anstandshaltung des Durchschnittsamerikaners Genüge taten.