Angriff auf Hewlett Packard: Dell will Drucker-Geschäft ausweiten - DER SPIEGEL
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Angriff auf Hewlett Packard Dell will Drucker-Geschäft ausweiten

Innerhalb weniger Jahre ist es Dell gelungen, vom Noname unter den Computerherstellern zur Nummer eins aufzusteigen. Den Durchmarsch will der Konzern jetzt in der Disziplin Drucker wiederholen.
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München - "Für uns ist das ein strategisch wichtiger Bereich, in dem wir stärker wachsen wollen als in unserem angestammten Geschäft", sagte Michael Buck, der für das Drucker-Geschäft in Europa verantwortliche Manager, dem "Handelsblatt". Buck betonte, dass das Drucker-Geschäft von Dell hochprofitabel sei und der Umsatz deutlich wachse. Zug um Zug erweitere Dell nun das Angebot und biete die Drucker in immer mehr Ländern an. Dabei lockt der Konzern unter anderem mit günstigen Angeboten wie einem Laserdrucker für 99 Euro.

Noch spielt Dell mit seinen Druckern im Vergleich zu den großen Anbietern nur eine Nebenrolle. Das Geschäft dominiert nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner der US-Konzern Hewlett Packard mit einem Marktanteil in Europa von 37 Prozent. Der nächst größere Wettbewerber Canon aus Japan kommt auf 18 Prozent.

Der Vorstoß richtet sich denn auch gegen den Erzrivalen HP, der die Gewinnspannen in diesem Segment bislang genutzt hat, um das schlecht laufende Geschäft mit seinen Computern zu unterstützen.

Alarmiert ist jedoch die gesamte Branche. Maßgeblichen Anteil daran, dass Dell in nur 20 Jahren zum größten PC-Hersteller der Welt aufstieg, hat das Verkaufsmodell. Der Computerhersteller kommt ohne Händler aus und verkauft seine Geräte direkt über das Internet. Die Rechner werden erst dann gefertigt, wenn sie bestellt wurden. Dies und eine schlanke Fertigung fast ohne Lagerhaltung führten zu hohen Margen. Das Modell übertragen die Amerikaner nun in abgewandelter Form auf Drucker. Dabei unterhält die Firma nach Informationen des "Handelsblatts" aber keine eigenen Fabriken, sondern greift auf spezialisierte Anbieter wie Lexmark zurück.

Den Druckermarkt hat Dell bereits verändert: Traditionell haben die Druckerhersteller das meiste Geld mit Verbrauchsmaterialien verdient. "Die Preise sind radikal gefallen, seit Dell im Markt ist", bestätigt ein Branchenbeobachter.

Zuletzt lag der Jahresumsatz des Konzerns insgesamt bei 50 Milliarden Dollar. Für die nächsten vier Jahre peilt Dell-Chef Kevin Rollins eine Steigerung auf 80 Milliarden Dollar an. Dazu sollen vor allem junge Bereiche wie das Drucker-Geschäft oder IT-Dienstleistungen beitragen, die das PC-Geschäft ergänzen.