Angriff auf Kirch: Der Druck wächst stündlich - DER SPIEGEL
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Angriff auf Kirch Der Druck wächst stündlich

Der deutsche Medienmarkt im Visier ausländischer Konzerne: Während sich der Amerikaner Malone die Kabelnetze greift, will der Australier Murdoch offenbar die Kirch-Gruppe übernehmen. Schon in der kommenden Woche, so fürchten Kirch-Manager, könne es zur Attacke kommen.
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In der Münchner Firmenzentrale von Leo Kirch, wo man Murdochs Vorstoß offiziell noch als "reine Spekulation" abtut, werden bereits Optionen durchgespielt, wie ein Angriff des Australoamerikaners und seines Medienkonzerns News Corp. abgewehrt werden kann. Der Druck, so heißt es im Unternehmen, wachse stündlich. Murdochs plötzliches Vorpreschen wird bei Kirch in engem Zusammenhang mit der von John Malone und Liberty Media angestrebten Übernahme wesentlicher Teile des deutschen Kabelnetzes gesehen: Jetzt werde der britisch-australisch-amerikanische Schlachtplan zur Übernahme des deutschen und europäischen Medienmarktes deutlich, heißt es in München.

Als Speerspitze seines Angriffs nutzt Murdoch mit seinem finanzkräftigen Hauptinvestor Malone im Hintergrund die Gläubigerbanken der Kirch-Gruppe: Sie sollen den hoch verschuldeten Kirch dazu bewegen, den kapitalstarken Murdoch ins Boot zu lassen. Bei Kirch ist von "Angst" vor mangelnder Loyalität der Banken die Rede und von einem "neuen Spiel". Nun ist die Kirch-Gruppe hektisch bemüht, die Gläubigerbanken von einem Lagerwechsel abzuhalten und gleichzeitig neue Finanzmittel aufzutreiben.

Eine Übernahme des Kirch-Konzerns würde Murdoch, der schon 22 Prozent an Premiere hält, zum mächtigsten Mann der europäischen TV-Branche machen ­ und den Amerikaner Malone seinem Ziel näher bringen, auch in Europa möglichst schnell zu einem führenden Medienanbieter Zu werden.