Angst vor Arbeitslosigkeit Krankenstand auf Rekordtief
Hamburg - Durchschnittlich 12,7 Tage fehlte jeder Beschäftigte im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Bundesverband der Betriebskrankenkassen. Mit 3,5 Prozent erreichte der Krankenstand damit ein Rekordtief, seitdem der Wert 1976 zum ersten Mal erhoben wurde - und das trotz der Grippewelle, die im Februar und März durch Deutschland fegte.
Hintergrund der geringen Fehlzeiten sind nach Meinung von Experten aber weniger die enormen Fortschritte, die die Medizin in den letzten 30 Jahren gemacht hat. Stattdessen treibe die Angst vor der Arbeitslosigkeit die Arbeitnehmer im Zweifel auch krank ins Büro. Bereits im Jahr 2004 war der Krankenstand deshalb auf rund 3,6 Prozent gesunken.
Anlässlich einer vor wenigen Wochen erschienen Studie der Krankenkasse DAK erklärten Experten außerdem, bei einer schlechten konjunkturellen Lage würden vor allem ältere und kranke Menschen entlassen - auch so seien die abnehmenden durchschnittlichen Fehlzeiten zu erklären.
Der Gesundheitsreport der DAK, der für das vergangene Jahr sogar nur einen Krankenstand von 3,1 Prozent ermittelte, stellte außerdem zunehmende psychische Beschwerden bei den Arbeitnehmern fest. Vor allem in der Hauptstadt Berlin blieben immer mehr Menschen wegen Depressionen oder Angstzuständen ihrer Arbeit fern.
ase/AFP