Anlageberatung: Stiftung Warentest verteilt schlechte Noten - DER SPIEGEL
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Anlageberatung Stiftung Warentest verteilt schlechte Noten

Die Stiftung Warentest hält die meisten Bankberater für Versager. In ihrem Test von 25 Kreditinstituten verteilten sie nur zweimal "gut", dafür aber vierzehnmal "ausreichend" und fünfmal sogar "mangelhaft". Schlechte Noten gab es vor allem für die Großbanken.
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Berlin - Die Beratungsleistung von Citibank, Dresdner und Deutscher Bank hielten die Warentester nur für "ausreichend", HypoVereinsbank und Commerzbank wurden sogar als "mangelhaft" eingestuft.

"Während sich die Zahl der Rat Suchenden quasi monatlich vergrößert, hat sich die Qualität der Beratung gegenüber vergangenen Jahren deutlich verschlechtert", sagte Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest". Verantwortlich für das Beratungsdesaster bei Großbanken seien in erster Line nicht die Anlageberater vor Ort, sondern die Unternehmensführungen. Denen sind laut Tenhagen vor "lauter Fusionsphantasien und Fusionsproblemen die normalen Kunden offenbar völlig aus dem Blick geraten".

"Eine gute Beratung war Mangelware", sagte Warentest-Experte Peter Schütt. Maßgeschneidertes habe es nur selten gegeben. Viele Bankangestellte berücksichtigten die Bedürfnisse der Anleger nicht. Die wichtigsten Informationen wie Ziel der Anlage, Risikobereitschaft und gewünschte Verfügbarkeit des Geldes seien nicht sorgfältig erfragt worden. Auch scheuten sich Bankangestellte vor konkreten Empfehlungen und entwickelten kein individuelles Anlagemodell. Am schwersten hätten sich die Berater getan, wenn sie zu hausfremden Produkten - etwa Fonds anderer Unternehmen - gefragt worden seien.

Tenhagen kritisierte, dass die riskante Schieflage des Depots des Musterkunden teils nicht erkannt, zumindest aber nicht thematisiert und schon gar nicht beseitigt worden sei. Auch habe es den Anschein gehabt, als sei das Computerzeitalter noch nicht angebrochen. Manchmal sei der Eindruck entstanden, dass der normale Kunde mit seinen Beratungswünschen "regelrecht vertrieben" werden solle. "Ein Anlagevolumen von 60.000 Mark ist offenbar nicht mehr groß genug, um eine seriöse Beratung von Seiten vieler Banken zu gewährleisten."

Gute Noten gab es nur für zwei Banken: Die Berater der BBBank in Karlsruhe und der Berliner Volksbank kümmerten sich adäquat um die Fragen der Warentester. Die Sparkassen der Großstädte bekamen allesamt ein "befriedigend" attestiert.