Anlagetipps Artenschutz für Börsengurus!
Keiner hat den letzten Aufschwung am Neuen Markt so lautstark mit Tipps versorgt wie Bernd Förtsch. Mit den Kursverlusten der letzten Zeit ist allerdings auch er in Turbulenzen geraten. "Bild" schrieb sogar: "Im Internet nennen sie ihn Schweinebacke und fordern seine Kreuzigung." Von vielen Seiten wird ihm vorgeworfen, er habe abgehoben.
Das aber ist völliger Unsinn. Jeder Leser seines wöchentlichen "Standpunktes" kann sich selbst davon überzeugen. Nehmen wir nur einmal die aktuelle Ausgabe:
Die erste Bildunterschrift ist schon ein Beweis: "Der Mensch braucht Zukunft." Hat jemals jemand einen wahreren Satz geschrieben?
Und auch zum Aktienmarkt gibt es keine intellektuellen Schnörkeleien, sondern hier wird ausgesprochen, was die Anleger denken: "Letztendlich wird es von Entscheidung sein, ob die Investoren wieder Vertrauen in die Börse fassen und ihr Geld in Aktien anlegen." Genauso ist es! Denn wer jetzt weiterfragen würde, ob das eigentlich geht, ob die Anleger als Gesamtheit ihr Geld aus den Aktien herausziehen und dann wieder hineinpacken können, der wäre selbst abgehoben. Der wäre ein intellektueller Spinner. Aber doch Bernd Förtsch nicht.
Und so geht es immer weiter. Seine Grundthese ist die folgende: "Der Mensch investiert in seine Zukunft. Wie kein zweites Lebewesen auf unserem Planeten ist nämlich der Mensch in der Lage, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Tiere leben voll und ganz im Jetzt, in der Gegenwart - der Mensch "lebt" in der Zukunft." Na bitte, deswegen müssen die Tiere auch in den Zoo, und die Menschen tummeln sich an der Börse. Widerspruch? Nein, völlig unmöglich.
Doch ein Narr, wer glaubt, dass das bereits das Ende wäre: "Täglich ertappen wir uns unzählige Male dabei, wie wir uns Gedanken über das Morgen machen: Welchen Beruf werde ich erlernen?" Auch hier ist nichts von Abgehobenheit zu finden. Denn welcher andere Herausgeber eines populären Magazins in Deutschland würde schon öffentlich eine derartige Frage diskutieren: "Welchen Beruf werde ich erlernen?"
Und zum Schluss dann noch ein festes Glaubensbekenntnis: "Glauben Sie mir: Solange es den Menschen gibt, wird es auch Zukunft geben ..." Hier allerdings bekomme ich zum ersten Mal leichte Zweifel, ob die Kritiker von Bernd Förtsch nicht doch wenigstens ein Körnchen Recht haben. Denn das ist mir in der Tat etwas zu philosophisch-spekulativ.
Aber sei es drum. Meine Position verändert sich dadurch nicht. Ich breche eine Lanze für Bernd Förtsch - und überlege allenfalls, was ich mit dieser nunmehr anfangen soll.