Anlegers Liebling Siemens-Chef von Pierer
Hamburg - 71 Prozent der Privatanleger trauen dem Chef des Münchener Siemens-Konzerns zu, den Börsenwert seines Unternehmens - und damit den Aktienkurs - nachhaltig zu steigern, meldet das "manager magazin". In Zusammenarbeit mit Emnid und Kirchhoff Consulting wurden mehr als 1000 Aktionäre nach ihrem Investitionsverhalten und ihrer Einstellung zu den deutschen Konzernchefs befragt.
In der Anlegergunst liegen nicht die als "Share-holder-Value-Verfechter" bekannten Jürgen Schrempp oder Ron Sommer vorn, sondern die eher zur konservativen Fraktion zählenden Manager von Pierer und Piëch. Der omnipräsente Telekom-Primus Sommer ist mit einem Bekanntheitsgrad von 92 Prozent zwar Spitze. Doch sein Strahlen allein überzeugt die Anleger nicht. Beim Thema Wertschöpfung trauen sie ihm offensichtlich wenig zu.
Der Sieg des stillen und eher farblos wirkenden von Pierers kommt überraschend. Der Siemens-Chef war über Jahre nicht gerade als Börsenfreund und Aktionärsliebling bekannt. Er führe "Deutschlands größte Bank mit angeschlossener Elektroabteilung", wurde ihm von Anlegern wegen seiner zögerlichen Investitionspolitik oft vorgehalten. Zudem kümmere er sich zu wenig um den Aktienkurs.
Neben dem Image der deutschen Wirtschaftselite (Frauentyp oder Volksheld?) wollte "manager magazin" auch wissen, was die Anleger aus den jüngsten Marktturbulenzen gelernt haben. Erstaunlich: Das Gros der Befragten setzt auch weiterhin auf die Börse. Die Investitionsentscheidung überlassen die Anleger allerdings immer häufiger professionellen Fondsmanagern. Nahezu jeder zweite Befragte investiert daher in Aktienfonds. Es folgen festverzinsliche Papiere (33 Prozent) und die Einzelanlage in Aktien mit nur noch 15 Prozent.