Anleihen Müssen Banken zahlen?
Bei Aktienanleihen zahlen Anleger einen festen Betrag, meist 10 000 Mark, der mit rund zehn Prozent im Jahr verzinst wird. Am Ende der Laufzeit kann die Bank statt des Geldes die der Anleihe zu Grunde liegende Aktie liefern. Ist deren Kurs gefallen, bleibt dem Anleger ein herber Verlust. Nach Ansicht des Gerichts sind Anleger bei dieser Konstruktion Stillhalter einer Verkaufsoption, also eines Termingeschäfts. Sollte das Urteil des Berliner Kammergerichts vor dem Bundesgerichtshof Bestand haben, so der Anlegeranwalt Andreas W. Tilp aus Tübingen, kommen auf die Banken Forderungen möglicherweise in Milliardenhöhe zu. Denn viele Banken haben von ihren Kunden beim Erwerb der Papiere keine so genannte Börsentermingeschäftsfähigkeit verlangt. Die Kunden sind deshalb nicht über die speziellen Risiken derartiger Geschäfte aufgeklärt worden. Diesen Kunden, so Tilp, müssen die Banken ihre Verluste ersetzen.