Annäherung Metaller wollen noch einmal verhandeln
Frankfurt am Main/Düsseldorf - Die IG Metall teilte in Düsseldorf mit, die Arbeitgeber hätten nach dem "Ja" des Vorstandes zur Urabstimmung am Mittag erneut das Gespräch gesucht. "Natürlich sind wir weiterhin bereit zur Suche nach einer Lösung des Tarifkonfliktes ohne Streik", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Detlef Wetzel.
Zuvor hatte sich bereits der Gewerkschaftsvorsitzende Jürgen Peters gesprächsbereit gezeigt und die Arbeitgeber zur Vorlage eines höheren Angebots aufgefordert. Ein unbefristeter Arbeitskampf hätte Auswirkungen unter anderem auf die Automobilindustrie.
Die Befragung der IG-Metall-Mitglieder könnte den Plänen der IG Metall zufolge bereits am kommenden Freitag starten und am 19. Mai enden. Mindestens 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder müssten für einen Streik stimmen. Die IG Metall hatte die Tarifverhandlungen in der vergangene Woche für gescheitert erklärt. Unter Verweis auf den Boom der Branche hatte sie 6,5 Prozent mehr Geld gefordert, die Arbeitgeber hatten zuletzt Lohnerhöhungen von 2,4 Prozent und eine Einmalzahlung je mitarbeiter in Höhe von 800 Euro angeboten.
Automobil-Betriebsräte signalisieren Unterstützung
Dies wies Gewerkschaftschef Peters als unzureichend zurück: "Eine Frechheit, die Unternehmen schwimmen im Geld, Aktionäre und Vorstände profitieren von den exorbitanten Gewinnen". Den Beschäftigten sei dagegen lediglich ein Inflationsausgleich angeboten worden. "Die Einbahnstraße des Verzichtens ist jetzt vorbei", sagte Peters. Die Beschäftigten wollten teilhaben an dem auch von ihnen erwirtschafteten Erfolg. Denn in den Zeiten der Krise hätten auch die Beschäftigten zurückgesteckt. Laut IG Metall werden die Gewinne in der Branche dieses Jahr um voraussichtlich 600 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro steigen.
Die Urabstimmung würde zunächst die Tarifgebiete Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen mit nach Gewerkschaftsangaben bis zu 85.000 Beschäftigten betreffen. Der erste Arbeitskampf seit 1978 sollte laut IG-Metall-Chef Peters möglichst bald beginnen, bisher war der 23. Mai, der Tag nach der Landtagswahl, in Nordrhein-Westfalen als Beginn genannt worden. Ob der Arbeitskampf auch auf Ostdeutschland und das Saarland ausgeweitet werde, solle zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, sagte Peters.
Die IG Metall legte zudem eine Solidaritätserklärung der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzenden der deutschen Automobil-Hersteller von VW bis Porsche vor. Die Beschäftigten hätten ein berechtigtes Ansinnen, ihren angemessen Anteil am wirtschaftlichen Fortschritt der Branche durchsetzen, heißt es in der Erklärung. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, sagte dazu, dies bedeute keinen Solidaritätsstreik in der Automobilindustrie. Auswirkungen seien unter anderem auch auf den Schiffbau möglich.