PHARMAKONZERNE »Anteil halbiert«
SPIEGEL: Nach Meinung des kuweitischen Ölministers liegt die Fusion zwischen Rhône-Poulenc und Hoechst »nicht im Interesse« Kuweits. Gibt es Probleme mit Ihrem größten Aktionär?
Dormann: Wir arbeiten über 18 Jahre mit der Kuwait Petroleum Corporation im Aufsichtsrat erfolgreich zusammen. Probleme gibt es nicht. Aber unser Aktionär hat Informationsbedarf, den wir natürlich erfüllen.
SPIEGEL: Besteht die Gefahr, daß Kuweit nicht mitzieht, wenn im Aufsichtsrat über die Fusion entschieden wird?
Dormann: Ich bin zuversichtlich, daß wir die Zustimmung finden, um das Projekt der Hauptversammlung Anfang Mai zur Entscheidung vorlegen zu können.
SPIEGEL: Haben Sie sich nach Ansicht der Kuweitis vielleicht zu billig verkauft? Rhône-Poulenc und Hoechst sollen zu jeweils gleichen Teilen die neue gemeinsame Firma Aventis besitzen.
Dormann: Bei der vollständigen Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc auf Aventis in zwei Jahren muß gerechnet werden, was die Partner jeweils einbringen. Da kann Hoechst vorn liegen. Eine wesentliche Abweichung von 50:50 wird es nach jetziger Einschätzung aber nicht geben.
SPIEGEL: Wollen die Kuweitis ein größeres Stück vom Kuchen?
Dormann: Die haben ja an der Hoechst AG einen Anteil von 24,5 Prozent. Mit der vollständigen Fusion halbiert sich dieser Anteil bei Aventis natürlich.
SPIEGEL: Verliert Kuweit damit an Einfluß im Aufsichtsrat?
Dormann: Nein, daran wird sich nichts ändern.