Anteilsverkauf: Katar will bei Porsche mitbestimmen - DER SPIEGEL
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Anteilsverkauf Katar will bei Porsche mitbestimmen

Dem Porsche-Clan droht ein Machtverlust im eigenen Haus: Der Emir von Katar würde beim Einstieg bei der Stuttgarter Sportwagenschmiede eine Sperrminorität erwerben - offensichtlich will er von dem damit verbundenen Mitspracherecht Gebrauch machen.
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München - Das Emirat Katar will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein weitgehendes Mitspracherecht bei Porsche. Aus der Umgebung der Gesprächspartner war zu verlauten, dass der staatliche Finanzfonds Qatar Investment Authority (QIA) vor allem darauf besteht, die künftige Dividendenpolitik zu beeinflussen. "Angesichts der weltweiten Absatzkrise wird künftig wohl nicht mehr so viel Dividende fließen wie in den vergangenen Jahren", heißt es.

Porsche-Produktion: Einigung noch im Juni möglich

Porsche-Produktion: Einigung noch im Juni möglich

Foto: ddp

Bei der Entscheidung, wie QIA bei Porsche   einsteige - direkt bei der Holding über eine Kapitalerhöhung oder über Porsches Optionen auf VW-Aktien - sei man auf der Suche nach einer Lösung, die nicht zu einem Kursrutsch an den Börsen führe. Ein dramatischer Rückgang würde eine Neubewertung der bereits bei Porsche befindlichen 51 Prozent der VW-Papiere erforderlich machen. Derzeit liegt der Kurs der VW-Stammaktie bei 240 Euro.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa könnte eine grundsätzliche Einigung mit dem neuen Investor bereits im Juni unter Dach und Fach sein. Daneben setzt Porsche vor allem auf einen Kredit der staatlichen Bank KfW. Über die Gewährung von 1,75 Milliarden Euro will die Bank bereits in fünf bis zehn Tagen entscheiden, kündigte KfW-Chef Ulrich Schröder an. Dann muss noch der Bund zustimmen. Porsche braucht das Darlehen, um eine Finanzierungslücke zu schließen, die beim Einstieg bei VW entstanden war. Seit Beginn der Finanzkrise hatten Banken sich geweigert, das lange erfolgreiche, komplizierte System aus Aktienoptionen weiter zu finanzieren.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) fordern unterdessen ein Ende der Machtspiele unter den Aktionären von Porsche und Volkswagen  . Oettinger will weiter für die Selbständigkeit des Stuttgarter Sportwagenherstellers kämpfen. Hück erneuerte seine Kritik an den öffentlichen Aussagen des Porsche-Aktionärs und VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch über die finanzielle Lage des Sportwagenbauers.

mik/dpa