Antrag MobilCom will Call-by-Call fürs Handy
Hamburg - In den nächsten Tagen will der Telefonanbieter einen Antrag bei der Telekom-Regulierungsbehörde stellen, Call-by-Call Gespräche zu genehmigen, sagte ein MobilCom-Sprecher SPIEGEL ONLINE.
Call-By-Call Gespräche, bei denen der Anbieter für jedes Gespräch neu gewählt wird, sind bisher nur innerhalb des Festnetzes und aus dem Festnetz in das Mobilfunknetz möglich, nicht jedoch umgekehrt.
Die Einführung von Call-By-Call vor drei Jahren hatte damals die Telefontarife im Festnetz teilweise deutlich verbilligt. Mittlerweile ist der Preiskampf jedoch abgeflaut, einige Anbieter wie Teldafax haben zu billig kalkuliert und sind Pleite gegangen. Die verbliebenen Anbieter haben die Preise für Ferngespräche mittlerweile wieder angehoben.
Bereits vor zwei Jahren wurde die Einführung von Call-by-Call-Gesprächen im Mobilnetz diskutiert. Dies war damals aus technischen Gründen nicht verwirklichen, hieß es damals. Eine Rolle spielte aber auch, dass
die großen Mobilfunkbetreiber versuchen, einem Preiskrieg wie beim Festnetz aus dem Weg zu gehen. Vor allem durch die Kosten für die UMTS-Lizenzen hat sich ihr Spielraum bei den Tarifen verringert.
Nun soll die Regulierungsbehörde die Call-by-Call-Gespräche für das Mobilnetz per Verordnung ermöglichen, wünscht sich MobilCom. Dazu müsste die Regulierungsbehörde eine Zusammenschaltung der Vermittlungsstellen aller Mobilfunkunternehmen mit dem MobilCom-Netz anordnen. Dies sei grundsätzlich möglich, sagte ein Behörden-Sprecher dem "Handelsblatt". Möglicherweise müsste die Regulierungsbehörde dann auch über die entsprechend anfallenden Gebühren entscheiden. Branchenexperten halten einen so weitgehenden Eingriff aber für unwahrscheinlich. Daher könnte in der Tariflandschaft auch alles beim alten bleiben.