Anzeigen-Embargo
Seit Algeriens Staatschef Boumedienne die französischen Erdölfirmen einseitig verstaatlichte, exportiert der Maghrebstaat nur noch etwa ein Drittel seines Dis. Frankreichs enteignete Konzerne hatten ausländische Öl-Firmen und die das Öl-Geschäft finanzierenden Banken unterrichtet, daß sie sich weiterhin als Eigentümer an ihrem Anteil des Algerien-Öls betrachten und dieses daher beschlagnahmen würden. Doch keiner der von den französischen Firmen in die verschiedenen Entladehäfen geschickten Kontrolleure konnte bislang algerisches Öl konfiszieren. Um das französische Embargo aufzuweichen, kaufte Algeriens Staatsölfirma »Sonatrach« Anzeigenseiten der Weltpresse und erläuterte darin ihren Standpunkt. Während unter anderem die »New York Times«, der Mailänder »Corriere della Sera. die »FAZ« und der linke französische »Nouvel Observateur« den Anzeigen-Auftrag akzeptierten, lehnten die Pariser Zeitungen »Le Monde« und »Les Echos« ab. Die größte Londoner Wirtschaftszeitung »Financial Times« schloß sich dem französischen Presse-Embargo an und verweigerte die Publikation der algerischen Anzeige.