Anzeigenkampagne E.ON-Betriebsrat attackiert die Grünen
Düsseldorf/Berlin - Der Chef des E.ON-Gesamtbetriebsrats, Ulrich Otte, hat in einem Schreiben an Arbeitnehmervertreter mehrerer deutscher Konzerne für eine Kampagne gegen die Grünen geworben, berichtet die Zeitung "Welt am Sonntag". In dem Brief beklagt Otte, dass "gewisse Teile der wirtschaftlichen Entwicklung durch kleine ideologisierte Parteien gebremst oder verhindert" würden. Nicht nur die Energiebranche, sondern auch die Bio- oder Gentechnologie werde öffentlich ungerechtfertigt an den Pranger gestellt.
Nach Angaben der "Welt am Sonntag" werde eine Veröffentlichung der Anzeige spätestens in der Woche vom 16. bis 22. Mai, dem Tag der Landtagswahl, erfolgen. In dem vorbereiteten Text werde unter anderem gefordert: "Wir brauchen mehr Offenheit für die Entwicklung neuer Technologien, denn sonst werden noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert." Er kommt zu dem Schluss: "In unserem Land muss die Vernunft regieren, nicht grüne Ideologen."
Der nordrhein-westfälische Kulturminister und stellvertretende Ministerpräsident Michael Vesper (Grüne) sagte dazu: "Das ist eine Minderheitsmeinung innerhalb des Betriebsräteforums. Der Koordinator dieses Forums hat mir im persönlichen Gespräch und auch vor dem Grünen-Länderrat versichert, dass es für die Arbeitnehmer keine Alternative zu Rot-Grün gibt."
Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" hat Grünen-Bundeschef Reinhard Bütikofer den Aufruf des E.ON-Gesamtbetriebsrats scharf kritisiert. Bütikofer: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber." Wer meine, "er könne straflos gegen Rot-Grün polemisieren, wird mit Schwarz-Gelb bestraft werden".