AOL: T-Online "trickst" mit den Nutzerzahlen - DER SPIEGEL
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AOL T-Online "trickst" mit den Nutzerzahlen

AOL und T-Online liegen sich wieder in den Haaren. AOL wirft der Deutschen Telekom vor, ihre Tochter T-Online querzusubventionieren und mit wettbewerbswidrigen Angeboten ihre Nutzerzahlen nach oben zu treiben.
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Hamburg - Erst im März waren die beiden Unternehmen aneinander geraten, da AOL die Werbung für den Börsengang von T-Online als unzulässig ansah. Nun wirft AOL dem größten deutschen Onlinedienst erneut vor, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Nach recherchen des "SPIEGEL" hat AOL Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht habe und hofft auf eine einstweilige Anordnung der Behörde.

AOL kritisiert, dass neue ISDN-Kunden der Telekom automatisch und ungefragt auch Mitglieder von T-Online werden, unabhängig davon, ob sie das Internet-Angebot nutzen oder nicht. Diese "Trickserei" treibe die Kundenzahlen von T-Online künstlich in die Höhe, sagte AOL-Sprecher Frank Sarfeld.

Im Gegenzug vermittele T-Online vielen seiner Internet-Kunden einen schnellen ISDN-Anschluss der Telekom und erhalte dafür von seinem Mutterkonzern jeweils eine Vergütung von rund 200 Mark. "T-Online wird vom Monopolisten Telekom unzulässig quersubventioniert", sagte Sarfeld. Mit diesen Einnahmen könne T-Online beispielsweise seine für Juni angekündigte Flatrate - einen Internet-Zugang zum Pauschalpreis - finanzieren. Darüber hinaus habe die Telekom das Ansinnen von AOL abgelehnt, ebenfalls ISDN-Anschlüsse zu vermitteln. "Die Telekom verweigert uns die Gleichstellung mit T-Online", sagte Sarfeld. Das führe zu "irreparablen Schäden", nicht nur bei AOL, sondern auch bei anderen Anbietern.