AOL/Time Warner Angst vor Kabel-Monopol
Washington - Die Federal Trade Comission (FTC), die in den USA für den Schutz des Wettbewerbs zuständig ist, will die Fusion blockieren, wenn AOL und Time Warner nicht ihr superschnelles Kabelnetz für konkurrierende Unternehmen öffnen. Dies berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Kreise der Behörde. Dort werde die Gefahr gesehen, dass Konsumenten neben AOL Time Warner keine Wahl mehr hätten, wenn sie Inhalte über Hochgeschwindigkeits-Verbindungen abrufen wollten. Gemeinsam kontrollieren AOL und Time Warner etwa 40 Prozent des Marktes für Internet-Zugänge und etwa 20 Prozent der privaten Kabelanschlüsse. AOL versicherte in einer Stellungnahme, dass der Konzern bereit sei, das eigene Netz für Konkurrenten zugänglich zu machen. Es hatte bereits einen entsprechenden Vertrag mit dem Wettbewerber Juno Onlines Services geschlossen.
Auch die Europäische Union sieht die Fusion von AOL und Time Warner mit Sorge. Nach Zeitungsinformationen will sie den Zusammenschluss von AOL und Time Warner verhindern oder mit harten Auflagen versehen, damit der dadurch entstehende Konzern in der Musikindustrie nicht marktbeherrschend wird.