AOL/Time Warner: EU will Fusion blockieren - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

AOL/Time Warner EU will Fusion blockieren

Die EU-Wettbewerbshüter stellen sich offenbar gegen einen Zusammenschluss von AOL und Time Warner. In einem vertraulichen Papier wird vor allem in der Musiksparte eine marktbeherrschende Stellung befürchtet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - Vor allem das Zusammengehen von EMI und Time Warner sei sehr fraglich, zitiert das "Wall Street Journal Europe" aus einem geheimen Dokument der EU-Kommission. Diese wolle die Fusion - wenn überhaupt - nur unter harten Auflagen genehmigen, hieß es in dem Bericht weiter. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter könnten AOL und Time Warner gemeinsam den Musikmarkt dominieren, auch den im Internet. Durch die technische Entwicklung sei außerdem absehbar, dass sich diese Dominanz auf die elektronische Bereitstellung von Filmen, Sport- und Unterhaltungs-Inhalten ausweiten könnte.

Die Befürchtungen der EU-Kommission liegen laut "Wall Street Journal" vor allem darin, dass EMI/Time Warner einseitig die Preise für Musiktitel in die Höhe treiben könnte, ohne den Verlust von Marktanteilen fürchten zu müssen. Dies würde die Möglichkeit schaffen, sich auf dem Musikmarkt wettbewerbsfeindlich zu verhalten, also beispielsweise andere Marktteilnehmer zu verdrängen oder sie am Markteintritt zu hindern.

In der kommenden Woche wollten die EU-Wettbewerbshüter mit den beteiligten Unternehmen über die Fusionspläne beraten, schreibt die Zeitung. Unternehmenssprecher hätten sich zuversichtlich gezeigt, dass es möglich sei, die Bedenken der EU-Kommission zu zerstreuen.