AOL/Time Warner Microsoft hintertreibt Fusion
New York - Der Softwarekonzern bemüht sich anscheinend, hinter den Kulissen die für die Fusion notwendige Zustimmung der US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) zu verhindern. Das berichtet das "Wall Street Journal" am Dienstag in seiner Online-Ausgabe. Der Bill-Gates-Konzern - der sich zurzeit im Berufungsverfahren selbst gegen den Vorwurf des Monopolmissbrauchs erwehren muss - befürchtet, dass der neu entstehende Mediengigant den Markt der Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge beherrschen könnte.
Nach den Auflagen der Kartellbehörde muss Time Warner seine Kabelnetze auch den Konkurrenten von AOL zugänglich machen. Um die Forderung der Handelsaufsicht zu erfüllen, hat Time Warner im vergangenen Monat ein Abkommen mit dem Internet-Provider EarthLink geschlossen, das dem AOL-Konkurrenten eine Nutzung der Kabelnetze ermöglicht.
Auch Microsoft hatte mit Time Warner verhandelt, war jedoch abgewiesen worden. Nach Angaben des "Wall Street Journal" hat sich der Softwarekonzern nun bei der FTC darüber beschwert, dass Time Warner die Gespräche abgebrochen und mit EarthLink einen schwächeren Wettbewerber bevorzugt habe. Die Handelsaufsicht prüft zurzeit, ob die Vereinbarung mit EarthLink ausreicht, um eine Monopolstellung der Fusionspartner zu verhindern. In der nächsten Woche wird nach Informationen der Zeitung die Entscheidung der FTC erwartet.