AOL Time Warner: Raus aus dem Netz - DER SPIEGEL
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AOL Time Warner Raus aus dem Netz

Nach vielen gescheiterten Versuchen, mit Inhalten im Internet Geld zu verdienen, wählt AOL nun offenbar die radikale Variante: Einige Magazine sollen online nur noch von AOL-Kunden gelesen werden können.
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New York – Don Logan hat sich nicht von der Internet-Euphorie seiner Kollegen anstecken lassen. Der 58-jähige Time-Warner-Veteran war bisher sogar eher für seine harte Kritik an den Internet-Gehversuchen seines Unternehmens bekannt. Als das Projekt "Pathfinder" spektakulär scheiterte, ein Portal mit dem die Magazine der Time-Gruppe gegen Geld online angeboten werden sollten, sagte Logan: "Damit haben schwarze Löcher für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen".

Jetzt ist Logan selbst der Herr über die Internet-Aktivitäten und damit über die größten Verlustbringer des Konzerns. Die Konzernsparte AOL meldete zuletzt einen Einbruch des operativen Gewinns um 27 Prozent.

Um die Online-Angebote wieder flott zu machen, plane Logan nun eine radikale Kurskorrektur, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ). Dabei geht es um die Online-Inhalte der Zeitschriften von Time Inc., zu denen neben "Time" und "Fortune" auch "Sports Illustrated", "Entertainment Weekly" und "People" gehören. Insgesamt gehören nach Firmenangaben 140 Magazine mit 298 Millionen Lesern zu dem Unternehmensteil von AOL Time Warner. Ein großer Teil der bisher weitestgehend frei zugänglichen Online-Angebote dieser Zeitschrifen soll nun laut Zeitungsbericht komplett aus dem Internet genommen und nur noch den 35 Millionen AOL-Kunden zur Verfügung stehen.

In einem ersten Schritt – so soll es geplant sein – wandern Inhalte von "Entertainment Weekly", "People" und "Teen People" in den exklusiven AOL-Bereich. Laut "WSJ" werden im Laufe des kommenden Jahres weitere Zeitschriften auf den eigenen Online-Service umgeleitet und dann nicht mehr über das Internet verfügbar sein. Leser, die nicht AOL-Kunde sind, würde dann per kostenpflichtigem Passwort der Zugang zu den Inhalten ermöglicht. Die genauen Zukunftspläne für AOL werden bald auf dem Tisch liegen. Auf einer Konferenz am 3. Dezember will das Management Analysten und Investoren erklären, wie die lahmende Internetsparte wieder auf Erfolgskurs gebracht werden soll.