AOL Time Warner Ted Turners Abschied auf Raten
New York - Das Aktienpaket soll zunächst in einen Treuhandfonds überführt werden, den das Investmenthaus Goldman Sachs verwaltet. Über mögliche Investoren, die an dem Aktienpaket im Ganzen oder in Teilen interessiert sind, machte Goldman Sachs keine Angaben. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die Papiere jetzt in großer Zahl auf den Markt kommen würden. Trotzdem dürfte der Aktienkurs zumindest kurzfristig leiden. Turner hatte pro Aktie 13,15 Dollar erzielt, was insgesamt einem Kaufpreis von 790 Millionen Dollar entspricht.
Langfristig wird sich der Kurs stabilisieren
Analysten nahmen den Verkauf dennoch mit großer Befriedigung zur Kenntnis. Denn auf mittlere Sicht werde er sich auf jeden Fall stabilisierend auf die Kurse auswirken. In den vergangenen zwei Jahren hatte Turner durch wiederholte Verkäufe von kleineren Stückzahlen immer wieder für ein Überangebot im Markt gesorgt und damit den Kurs der AOL-Time-Warner-Aktie schwer unter Druck gebracht.
Unklar ist, warum Turner gerade zu diesem Zeitpunkt die Hälfte seiner Anteile verkaufte. Experten nennen Turners wachsende Zweifel an einer positiven Geschäftsentwicklung des Konzerns als Hauptgrund für die groß angelegte Verkaufsaktion.
Ein Abschied auf Raten
Möglich ist auch, dass der Verkauf den Anfang vom Ende der Beziehung Turner - AOL Time Warner einläutet. Nach dem Verkauf der Hälfte seiner Geschäftsanteile wird er auf der Anleger-Versammlung in der kommenden Woche sein Amt als Vize-Chairman des Konzerns niederlegen. Lediglich ein Amt als Direktor in dem Medienkonzern werde er weiterhin einnehmen, auch wenn er das grundlegende Gefühl habe, die Geschicke des Konzerns würden schlecht geführt, hieß es aus seinem Umfeld. Der Schritt wird allerdings eher als Loyalität gegenüber altgedienten Mitarbeitern betrachtet.
Für die Verwendung des Gewinns aus dem Aktien-Verkauf hat Turner offenbar noch keine konkreten Pläne. Ein Rückkauf früherer Firmen wie CNN oder dem Baseball-Team "Atlanta Braves ist nicht geplant. Mit den übrigen 45 Millionen Aktien bleibt Turner weiterhin der größte private Anteilseigener.