Apec-Gipfel: Freihandel gegen Wirtschaftskrise - DER SPIEGEL
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Apec-Gipfel Freihandel gegen Wirtschaftskrise

Nein zum Protektionismus: Angesichts der weltweiten Finanzkrise wollen die 21 Staats- und Regierungschef der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation ganz auf Freihandel setzen - Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft würden die derzeitigen Probleme nur verstärken.
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Lima - Gemeinsam stehen sie für rund die Hälfte des Wirtschaftsvolumens auf der Welt: Die Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) haben sich für den Freihandel ausgesprochen. Am Samstag beschlossen sie mit Blick auf die weltweite Finanzmarktkrise, in den nächsten zwölf Monaten auf jeglichen Protektionismus zu verzichten. Die Führer der 21 Apec-Staaten wollen in den nächsten Monaten auch einen neuen Vorschlag für die Wiederbelebung der Welthandelsgespräche machen, die im Juli nach siebenjährigen Verhandlungen gescheitert waren.

Die Eindämmung der weltweiten Finanzkrise war zentrales Thema des Gipfeltreffens in der peruanischen Hauptstadt. Die Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter Hongkongs und Taiwans versammelten sich im "Pentagonito", dem schwer bewachten Hauptquartier der Streitkräfte. Ebenso wie der Gastgeber und peruanische Präsident Alan García hatte auch US-Präsident George W. Bush kurz vor dem Gipfel noch einmal zu Freihandel und Marktwirtschaft zur Überwindung der Krise aufgerufen.

Bush warnte die Länder Asiens und Amerikas davor, wegen der internationalen Finanzkrise in einen Protektionismus zu verfallen. Vom Weg der freien Marktwirtschaft und des Freihandels dürfe nicht abgewichen werden, sagte Bush am Samstag in einer Rede beim Apec-Gipfel in Lima.

"Es ist eine der Lehren aus der Großen Depression in den 30er Jahren, dass globaler Protektionismus der Weg zum globalen wirtschaftlichen Ruin ist", sagte der scheidende US-Präsident. Übertriebene Regulierungen der Märkte würden Innovationen behindern und das Wirtschaftswachstum abwürgen.

García pries zum Auftakt in knappen Worten "die Weitsicht" der versammelten Führer bei der Gestaltung der wirtschaftlichen Zukunft der Welt. Dann mussten die Journalisten den Saal verlassen. Zur Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation Apec gehören so unterschiedliche Staaten wie die USA, Kanada oder Japan einerseits und China, Russland und Peru andererseits.

Vor dem Treffen hatten die Außen- und Handelsminister der Apec den Entwurf einer Gipfelerklärung ausgearbeitet, die am Sonntag zum Abschluss des Treffens verabschiedet werden sollte. Darin raten die Minister "den Führern (den Apec-Staats- und Regierungschefs) dringend, die G-20-Erklärung von Washington zu unterstützen." In Washington hatten die Staats- und Regierungschefs der G20 den Aufbau einer neuen globalen Finanzarchitektur in die Wege geleitet.

Bush führte am Rande auch Einzelgespräche Kollegen aus den 21 Apec-Staaten. Bei einem Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao warb er um Unterstützung im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Es ist voraussichtlich Bushs letzte Auslandsreise als US-Präsident. Er fühle sich "ein wenig nostalgisch", ließ er nach der Zusammenkunft mit Hu seine Sprecherin Dana Perino mitteilen.

ore/AP/AFP/dpa