Arbeit 2005 Institut prophezeit Überstunden-Schub
Nürnberg - 2005 werde es damit erstmals seit vier Jahren wieder eine steigende Zahl von Überstunden geben. Nach der Prognose des IAB dürfte jeder Beschäftigte im kommenden Jahr im Durchschnitt auf 46,4 Überstunden kommen.
In diesem Jahr kämen auf jeden der 34,1 Millionen Beschäftigten im Schnitt noch 45,6 Überstunden, so die aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Das entspräche einer Gesamtzahl der Überstunden von 1,554 Milliarden - der niedrigste Stand seit 1990. Damit sei die Zahl der Überstunden in den vergangenen zehn Jahren um 15,7 Prozent zurückgegangen.
Die wichtigsten Gründe dafür sind laut einem Bericht der "Welt" die schwache Konjunktur und die zunehmende Verbreitung von Arbeitszeitkonten. Mehrarbeit werde auf diese Weisen nicht mehr ausbezahlt, sondern in Freizeit ausgeglichen.
Massiver Rückgang seit Wirtschaftswunderzeiten
Zugleich habe aber auch der Beschäftigungsanteil von Gruppen mit traditionell weniger Überstunden, wie Frauen und Teilzeitbeschäftigte, zugenommen, berichtet das Blatt unter Berufung auf das IAB.
Dem Bericht zufolge hat im Westen die Zahl der Überstunden in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Während jeder Arbeitnehmer in den sechziger und siebziger Jahren häufig mehr als 100 Überstunden leistete, waren es in den neunziger Jahren selten mehr als 65.
Nach Analysen des IAB, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört, entspricht das gesamtwirtschaftliche Überstundenvolumen einem Beschäftigungsäquivalent von gut einer Million Personen.