Führungswechsel Arbeitgeberpräsident Hundt will Kramer als Nachfolger
BDA-Präsident Dieter Hundt (Archivbild): Verzicht nach 17 Jahren
Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpaBerlin - 17 Jahre sind offenbar genug: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verzichtet auf eine erneute Kandidatur als Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und schlägt seinen bisherigen Stellvertreter, den Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer, als Nachfolger vor. Hundt werde seinen Verzicht auf eine abermalige Kandidatur am 24. Juni auf einer Präsidiums- und Vorstandssitzung der BDA ankündigen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Verbandskreise.
Der seit 1996 amtierende BDA-Chef werde selbst den Präsidenten des Arbeitgeberverbands Nordmetall und BDA-Vizepräsidenten Kramer als Kandidaten für seine Nachfolge vorschlagen. Die Neuwahl der Verbandsführung findet im Rahmen der turnusgemäßen BDA-Mitgliederversammlung im November statt.
Mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen bestätigten laut "FAZ", dass die Pläne für den Führungswechsel im Kreis der acht BDA-Vizepräsidenten bereits abgestimmt seien. Der 60-jährige Kramer gehört dem Führungskreis der BDA demnach seit 2003 als Präsidiumsmitglied und seit 2011 als Vizepräsident an. Mit weiteren Ehrenämtern, darunter der Vorstandsvorsitz der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW), ist er insbesondere im Themenfeld Bildung engagiert. Parteipolitisch steht Kramer dem Bericht zufolge der FDP nahe, für die er von 1987 bis 1992 Fraktionsvorsitzender in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung war.
Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Der sauerländische Unternehmer Arndt G. Kirchhoff, der dem Präsidium des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) angehört, war bereits vor zwei Jahren als möglicher Hundt-Nachfolger gehandelt worden. Er lässt der "FAZ" zufolge nun aber Kramer offenbar den Vortritt. Dieser sei der einzige Kandidat, hieß es dem Bericht zufolge. Die BDA ist die Dachorganisation von 51 Arbeitgeberverbänden, darunter Gesamtmetall und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC).