Arbeitnehmer Krankenstand erstmals seit Jahren erhöht
Hamburg - Im Schnitt lag der Anteil von Fehltagen wegen Krankheit bei 3,74 Prozent, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Betriebskrankenkassen (BKK). Im Jahr zuvor waren es noch 3,49 Prozent gewesen.
"Die Menschen gehen später in Rente, und für viele wird die tägliche Arbeit immer stressiger. Dies können zwei Gründe dafür sein, dass erstmals seit über zehn Jahren der Krankenstand in Deutschland wieder ansteigt", zitierte die Zeitung BKK-Chef Wolfgang Schmeinck. 2006 war mit durchschnittlich 12,4 Arbeitsunfähigkeits-Tagen im Gesamtjahr der geringste Stand seit 30 Jahren ausgewiesen worden.
Immer mehr Arbeitnehmer bleiben ihrem Arbeitsplatz aufgrund psychischer Erkrankungen fern. Der Anteil psychischer Störungen am Krankenstand beträgt nach Auswertung der BKK-Zahlen für 2006 mittlerweile knapp neun Prozent. Seit dem Jahr 2000 sei eine Zunahme um 25 Prozent zu verzeichnen. Vor 30 Jahren seien es noch gut zwei Prozent gewesen. Mit 26,5 Prozent die meisten Krankentage verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von Verletzungen (15,7 Prozent) sowie Atemwegserkrankungen (15 Prozent).
Festgestellt wurde schon im vergangenen Jahr der Trend, dass Berufsgruppen mit hoher Qualifikation und traditionell niedrigen Krankheitsausfällen steigende Krankentage verzeichnen, während sie bei den stark belasteten gewerblichen Tätigkeiten teilweise gesunken sind. "Dies sollte als Hinweis nicht übersehen werden, dass die steigenden und grenzüberschreitenden Anforderungen an Mobilität und Flexibilität sowie häufige Restrukturierungen der Unternehmen ihre Spuren sogar bei den 'gesündesten' Gruppen hinterlassen", heißt es bei der BKK.
sam/dpa-AFX