Arbeitsagentur Weise soll weitere fünf Jahre ran
Berlin - Sowohl der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, als auch Vorstandsmitglied Heinrich Alt sollen bei den anstehenden Wahlen bestätigt werden, sagte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering in Berlin. Die aktuell gültigen Verträge mit Weise und Alt laufen bis April 2007. Im September kann der Verwaltungsrat der Bundesagentur dem Kabinett seine Empfehlung vorlegen. Der Vertrag von Vorstandsmitglied Raimund Becker läuft noch nicht aus. Er gehört dem dreiköpfigen Vorstand seit 2004 an.
Müntefering begründete seine Empfehlung mit den Worten, die schwierige Neustrukturierung der BA sei auf einem guten Weg. Dies zeige sich auch bei den Ergebnissen am Arbeitsmarkt. "Ich habe Vertrauen in die Führung der Bundesagentur für Arbeit. Ich möchte weiter mit ihr zusammenarbeiten."
Der Betriebswirt Weise wurde 2002 vom damaligen neuen Bundesagenturchef Florian Gerster aus der freien Wirtschaft in den Vorstand der Behörde geholt. Weise übernahm zunächst die Bereiche Finanzen, Personal und IT und den stellvertretenden Vorstandsvorsitz. Gemeinsam mit Gerster leitete der heute 55-Jährige den Umbau der Mammutbehörde im Rahmen der Hartz-III-Reform ein.
Als Gerster 2004 wegen der zunehmenden Kritik an Verträgen mit externen Unternehmens- und PR-Vertretern den Vorstandsvorsitz abgab, wurde Weise Chef der Bundesagentur. Auch er geriet immer wieder heftig unter Beschuss. Für den Januar 2005 musste Weise nach der Umsetzung der Hartz-IV-Reform die Horrorzahl von 5,037 Millionen Arbeitslosen bekannt geben. Auch im Januar 2006 überstieg die Zahl der Erwerbslosen erneut die gefürchtete Fünf-Millionen-Schwelle.
Eine weitere schwierige Phase folgte in den Wochen vor der Veröffentlichung eines Bundesrechnungshofs-Berichts über die Umsetzung der Hartz-IV-Reform. Täglich standen neue Schreckensnachrichten in den Zeitungen: Unter anderem bemängelte die Behörde, dass die Hilfen für Langzeitarbeitslose oft ohne ausreichende Prüfungen gewährt wurden.
Seit kurzem allerdings kann sich der Behördenchef etwas entspannen. In den vergangenen vier Monaten nahm die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt um 259.000 ab. Im Juli gab es mit 4,386 Millionen Erwerbslosen sogar 12.000 weniger Arbeitslose als im Juni, obwohl im Sommer die Zahl traditionsgemäß wegen der Sommerpause ansteigt.
ase/dpa/ddp