Arbeitskampf: Boeing-Belegschaft bestreikt "Dreamliner" - DER SPIEGEL
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Arbeitskampf Boeing-Belegschaft bestreikt "Dreamliner"

Management und Belegschaft bei Boeing konnten sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen. Nun kommt es zum Streik. Davon betroffen ist offenbar auch das neue Vorzeigemodell 787. Weitere Verzögerungen bei der Auslieferung könnten Millionen Dollar kosten.
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Upper Marlboro - Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen hat am Samstag beim Flugzeugbauer Boeing   der Arbeitskampf begonnen. Zunächst nahmen mehrere hundert Mechaniker an dem Ausstand teil.

Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg drohen durch den Streik weitere Verzögerungen beim Bau der 787 "Dreamliner". Der Konzern ist bei seinem Vorzeigemodell bereits um mehr als ein Jahr im Verzug. Nach Schätzungen von Branchenexperten könnte jede weitere Verzögerung Boeing rund 100 Millionen Dollar pro Tag kosten. Außerdem könnten Fluggesellschaften wegen eines Streiks von Bestellungen bei Boeing absehen und zum Erzrivalen EADS   wechseln.

Die International Association of Machinists and Aerospace Workers hatte am Freitag in Upper Marlboro im US-Bundesstaat Maryland ihre 27.000 Mitglieder zum Arbeitskampf aufgerufen. Nachdem sich die Gewerkschaftsmitglieder am Donnerstag für Arbeitsniederlegungen ausgesprochen hatten, setzten sie dem Unternehmen zunächst eine Frist von 48 Stunden, um doch noch eine Einigung zu erreichen.

Die Gewerkschaft machte die Arbeitgeberseite nun für das endgültige Scheitern der Gespräche verantwortlich. Fehlende Arbeitsplatzgarantien hätten zur Ablehnung des Boeing-Angebots durch die Gewerkschaftsmitglieder geführt. Und dies sei nun auch der Grund für den zweiten großen Arbeitskampf binnen drei Jahren bei Boeing, sagte Gewerkschaftschef Tom Buffenbarger.

"Wir haben gelernt, dass es nicht genug ist, einen gut bezahlten Job zu haben, wenn dieser Job jederzeit verloren gehen kann", sagte Buffenbarger. Nach Angaben der Gewerkschaft sind die Boeing-Mitarbeiter in Werken in den US-Bundesstaaten Kansas, Oregon und Washington zum Streik aufgerufen.

Ein Boeing-Sprecher erklärte, die Geschäftsführung sei offen für weitere Gespräche, beide Seiten lägen aber zu weit auseinander, um zu einer Einigung zu kommen. Boeing erklärte weiter, während des Streiks könnten keine Flugzeuge gebaut werden, der Kundendienst werde aber aufrechterhalten. Auch Ingenieure, die nicht in der Gewerkschaft seien, würden in den betroffenen Staaten weiter zu Arbeit gehen.

suc/dpa/Reuters/AP