Arbeitskampf: Gewerkschaft plant Groß-Streik in Kitas - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitskampf Gewerkschaft plant Groß-Streik in Kitas

Auf Mütter und Väter kommen anstrengende Zeiten zu: Die Gewerkschaft Ver.di plant ab Freitag ganztägige Streiks in kommunalen Kindertagesstätten. Der Arbeitskampf trifft zahlreiche Städte in mehreren Bundesländern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Schon an diesem Freitag könnte es losgehen: Die Gewerkschaft Ver.di plant laut einem Zeitungsbericht ganztägige Streiks in kommunalen Kindertagesstätten. Proteste werden in zahlreichen Städten vorbereitet, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die Zeitung beruft sich auf die verschiedenen Ver.di-Landesbezirke. Betroffen sind Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und das Saarland

Kita in Kassel: Eltern sollen rechtzeitig informiert werden

Kita in Kassel: Eltern sollen rechtzeitig informiert werden

Foto: DPA

Offiziell will die Gewerkschaft ihren Streikplan am Donnerstag bekanntgeben. Dann liegt das Ergebnis einer bundesweiten Urabstimmung vor. Ver.di-Vertreter zeigten sich schon jetzt überzeugt, die nötige Zustimmung von 75 Prozent zu erreichen. "Wenn die Urabstimmung positiv verläuft, kommt es ab Freitag zu Streiks", sagte ein Gewerkschaftssprecher aus Baden-Württemberg der Zeitung.

Im Südwesten sei der Schwerpunkt der Streiks am kommenden Montag und Dienstag geplant. Damit solle sichergestellt werden, dass Eltern rechtzeitig informiert werden könnten, betonte die Ver.di-Vizechefin von Baden-Württemberg, Dagmar Schorsch-Brandt, dem Bericht zufolge.

Ähnlich äußerten sich Gewerkschafter aus anderen Bundesländern. So plant Ver.di in München für Anfang kommender Woche einen zweitägigen Ausstand in Kitas und Krippen. Eltern sollten sich darauf einstellen, dass es bis zum 27. Mai immer wieder Streiks in Kitas geben könne, erklärte ein Ver.di-Sprecher aus Hessen. An diesem Tag sei der nächste Termin für die bundesweiten Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern geplant.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in kommunalen Erziehungs- und Sozialeinrichtungen einen Tarifvertrag zur Gesundheitsförderung. Dadurch sollen die Belastungen für die Mitarbeiter verringert werden.

Ver.di-Chef Frank Bsirske rechnet nach eigenen Worten fest mit flächendeckenden und unbefristeten Streiks. Bei der noch laufenden Urabstimmung erwarte er eine "sehr hohe Zustimmung", sagte er der "Neuen Presse". Für den Streik benötigt nicht nur Ver.di eine Zustimmungsquote von 75 Prozent, sondern auch die Gewerkschaft GEW.

"Geld und Atem für den Arbeitskampf werden sehr, sehr lange reichen", betonte Bsirske. Der Berufsstand der Erzieher müsse endlich aufgewertet werden. An den Eltern liege es mit, Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu machen, damit ein tragfähiges Tarifergebnis zustande komme.

wal/Reuters/AP