Arbeitskampf Lufthansa-Flugbegleiter stimmen für Streik
Frankfurt am Main - Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat sich in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Arbeitskampf bei der größten deutschen Fluggesellschaft entschieden. 96 Prozent der abgegebenen Stimmen hätten für einen Streik votiert, teilte die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Montag in Bad Nauheim mit. Das entspreche 78 Prozent der von UFO vertretenen Lufthansa-Kabinenmitarbeiter. Die Urabstimmung hatte am 23. Februar begonnen und am Montagmittag geendet.
Lufthansa-Flugbegleiter (im Januar): Konflikt mit dem Konzern
Foto: DDPDie Tarifverhandlungen zwischen UFO und der Lufthansa waren am 17. Februar von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. UFO-Tarifchef Joachim Müller zufolge fordert die Gewerkschaft Verbesserungen im Manteltarifvertrag. Diese sollen zu Arbeitsentlastungen wie geregelten Pausen und bezahlten Bodenzeiten führen. Weiter fordern die Flugbegleiter 6,1 Prozent mehr Gehalt für 14 Monate, zudem Verbesserungen der Arbeitsbedingungen wie eine weitergehende Anrechnung von Pausen. Die anfängliche Forderung nach insgesamt bis zu 15 Prozent mehr Geld habe UFO angesichts der Finanzkrise gesenkt, sagte Müller.
Allerdings soll Lufthansa künftig Flugpläne so wenig wie möglich verändern. Nur so hätten Mitarbeiter die Möglichkeit, ihr Privatleben zu planen, hatte Müller nach den gescheiterten Verhandlungen gesagt.
Das Unternehmen hatte dem Kabinenpersonal nach eigenen Angaben bei einer 14-monatigen Laufzeit rückwirkend zum Jahresbeginn ein Volumen in der Größenordnung von bis zu zehn Prozent angeboten. Darin seien neben Gehaltserhöhungen auch eine Ergebnisbeteiligung sowie Entlastungen bei sogenannten Belastungsstrecken wie Langstreckenflügen enthalten gewesen.
Ob es tatsächlich zu einem Arbeitskampf kommt, ist aber noch fraglich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind am Wochenende bei Verhandlungen Fortschritte erzielt worden, eine Einigung stehe kurz bevor. Müller hatte vor Ende der Urabstimmung noch erklärt, es sei zunächst mit kurzfristig angekündigten, jeweils mehrstündigen Aktionen zu rechnen: "Wir planen keinen wochenlangen Erzwingungsstreik." Zuletzt hatte UFO im Januar an zwei Tagen stundenweise gestreikt, mehr als 1200 Flüge fielen aus.
Die Verhandlungen betreffen 16.000 Flugbegleiter, von denen UFO eigenen Angaben zufolge 70 Prozent vertritt.