Arbeitskampf: Post bemüht sich um neuen Gesprächstermin - DER SPIEGEL
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Arbeitskampf Post bemüht sich um neuen Gesprächstermin

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post sucht Ver.di die Konfrontation. Ab 2. Mai sollen die Arbeitnehmer in den unbefristeten Streik treten. Die Unterhändler der Post werben dagegen um die Fortsetzung der Gespräche.
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Düsseldorf - Jetzt gilt es, den Weg aus der Sackgasse zu finden. "Wir suchen das Gespräch", sagte ein Post-Sprecher und richtete sich gleichzeitig mit einem Appell an Ver.di. "Wir sollten die Zeit bis zum 2. Mai nutzen, um zu einer Lösung zu kommen." Der Konzern habe ein "sehr gutes und verhandlungsfähiges Angebot" im Streit um Löhne, Arbeitszeiten und Kündigungsschutz vorgelegt, fügte der Sprecher hinzu.

Ein neues Angebot, wie es die Gewerkschaft vor Beginn einer neuen Verhandlungsrunde gefordert hatte, lehnte der Sprecher ab: Tarifverhandlungen würden nur am Verhandlungstisch geführt. Das sei "gute Tradition" bei der Post.

Die Post hatte bei den in der Nacht zum Samstag gescheiterten Verhandlungen mit Ver.di eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Juni 2011 und einen Anstieg der Löhne in den nächsten zwei Jahren um rund 5,5 Prozent angeboten. Im Gegenzug sollten die Arbeitszeiten verlängert werden.

Verdi hatte das Angebot als Provokation zurückgewiesen und die Verhandlungen abgebrochen. Die Tarifkommission hatte daraufhin einen unbefristeten Streik beschlossen. Die Weichen für den Arbeitskampf sollen jetzt in einer Urabstimmung vom 25. bis 29. April gestellt werden. Ein Ergebnis soll am 30. April vorliegen.

Die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis betonte jedoch, ihre Gewerkschaft sei auch schon vorher in der Lage, weitere Warnstreiks zu organisieren. "Die Beschäftigten sind stinksauer und sie werden das der Deutschen Post AG in den kommenden Tagen eindrucksvoll beweisen", kündigte sie an.

Zur Streiktaktik wollte sich Kocsis nicht konkret äußern. Man wolle die Post treffen und die eigene Strategie deshalb nicht bekannt geben. Auch vor dem Beginn des unbefristeten Streiks müssen sich die Kunden laut Ver.di darauf einstellen, "dass die Beschäftigten der Post in den nächsten Tagen ihren Unmut äußern werden". Die Post müsse sehen, wie sie "mit diesem Arbeitskampf umgeht". Ver.di könne dem Management jetzt nur noch empfehlen, "zur Besinnung zu kommen und ein vernünftiges Angebot vorzulegen".

Das jüngste Post-Angebot wies Kocsis zurück. Zwar scheine es, als ob die Arbeitszeit nur um eine halbe Stunde auf 39 Stunden erhöht werde. Tatsächlich sehe die Post jedoch eine Erhöhung um zweieinhalb Stunden vor, weil entsprechende Entlastungspausen wegfallen sollten. Zudem sollten 12.500 volle Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Post brächte dieses Angebot Einsparungen in Höhe von 502 Millionen Euro.

Die Post sprach hingegen von einem "attraktiven Angebot". "Für eine sechs Minuten längere Arbeitszeit pro Tag bekommen die Mitarbeiter 39 Monate Kündigungsschutz bei einer angemessenen Lohnerhöhung", sagte Personalvorstand Walter Scheurle. Wer das Angebot ausschlage, vertrete "nicht wirklich die Interessen unserer Mitarbeiter". Man sei aber weiter uneingeschränkt gesprächsbereit. Jetzt sei es an Ver.di, sich zu bewegen.

Ver.di-Sprecher Günter Isemeyer sagte dagegen, das Arbeitgeberangebot würde "einen Griff in die Tasche der Beschäftigten bedeuten". Die angebotene Lohnerhöhung entspräche auf 26 Monate gerechnet einem Volumen von 2,2 Prozent.

In den seit Wochen andauernden Verhandlungen wollte die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Mitte 2011 und zehn sogenannte Arbeitszeitverkürzungstage pro Jahr durchsetzen. Die Gewerkschaft hatte ihren Forderungen mit mehreren Warnstreiks Nachdruck verliehen.

mik/AP/ddp/Reuters/dpa