Arbeitskampf: Postzusteller streiken - Millionen Briefe bleiben liegen - DER SPIEGEL
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Arbeitskampf Postzusteller streiken - Millionen Briefe bleiben liegen

Millionen Briefe und Zehntausende Pakete stapeln sich bei der Post: Wegen eines Warnstreiks sind in 14 deutschen Großstädten viele Briefkästen leer geblieben. Mancherorts müssen die Bürger auch in den kommenden Tagen auf ihre Post warten.
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Berlin - Berlin, Bonn, München, Köln - in 14 Großstädten haben rund 5000 Postzusteller ihre Arbeit niedergelegt. Am ersten Tag wurden Ver.di zufolge bis zu sechs Millionen Briefe und rund 150.000 Paketsendungen nicht zugestellt. Allein in Nordrhein-Westfalen seien 500.000 Briefe nicht angekommen. Im Großraum Frankfurt würde sich die Zustellung von 65 Prozent der Sendungen um mindestens einen Tag verzögern, in München sei der Postdienst komplett ausgefallen.

Die Deutsche Post hält die von Ver.di erhobenen Zahlen für "total übertrieben". Es könne keine Rede davon sein, dass Zustellungen großflächig ausgefallen seien. Sie versprach, die ausstehenden Sendungen spätestens am Mittwoch zuzustellen.

Ver.di wirft den Arbeitgebern vor, auf Zeit zu spielen und den Beschäftigten Planungs- und Zukunftssicherheit zu verweigern. Die Gewerkschaftler wehren sich gegen die Erhöhung der Arbeitszeit für die noch 55.000 Beamten der Post von 38,5 auf 41 Stunden.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass auch die Arbeitszeit der 130.000 Tarifbeschäftigten verlängert wird. Dann könnten Ver.di zufolge Tausende von Arbeitsplätzen bei dem Bonner Konzern gestrichen werden. Um das zu verhindern, will die Gewerkschaft im Fall von längeren Arbeitszeiten zehn zusätzliche Urlaubstage für die Angestellten durchsetzen. Ver.di fordert zudem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 30. Juni 2011.

Die Verhandlungen zwischen den Parteien waren zuletzt jedoch ins Stocken geraten. Die Friedenspflicht war in der Nacht zum Dienstag abgelaufen. Am 9. April sollen die Gespräche in Köln in eine neue Runde gehen - bis dahin sind weitere regionale Ausstände geplant.

Die Deutsche Post  zeigte keinerlei Verständnis für die Arbeitsniederlegung: Der Konzern stehe uneingeschränkt für Gespräche zur Verfügung. Die Post hatte zuletzt angeboten, bis zum 30. Juni auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und die von Dienstag an geltende längere Arbeitszeit der Beamten von 41 Stunden zunächst nicht einzufordern. Damit soll Zeit für die Verhandlungen gewonnen werden. Das Unternehmen hatte dies allerdings mit der Aufforderung verbunden, dass Ver.di sich konstruktiv verhalte.

Der Post zufolge, gelte das Angebot trotz der Warnstreiks weiter - zumindest vorerst.

sil/dpa/Reuters