Arbeitskampf: Ver.di bestreikt Öffentlichen Dienst - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitskampf Ver.di bestreikt Öffentlichen Dienst

In mehreren Bundesländern drohen in den nächsten Tagen Streiks im Öffentlichen Dienst. Nach dem Tarifabschluss beim Bund und den Kommunen will die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di die Länder zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch bewegen. Erste Aktionen hat es bereits gegeben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Neben Bayern, wo eine ganze Streikwoche geplant ist, soll es Aktionen in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, dem Saarland und Thüringen geben.

In Bayern werden sich nach Ver.di-Schätzungen rund 2000 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes an den Streiks beteiligen. "Wir werden der bayerischen Staatsregierung klar machen, dass die Beschäftigten keine Arbeitszeitverlängerung, Kürzung von Weihnachtsgeld, Streichung von Urlaubsgeld und Nullrunde akzeptieren", sagte Ver.di-Landesbezirksleiter Josef Falbisoner.

Begonnen haben die Aktionen am Montag bereits mit Arbeitsniederlegungen im Bereich der Autobahndirektion Südbayern. Fortgesetzt werden sollen die Arbeitsniederlegungen im Wochenverlauf in Universitäten, Uni-Kliniken und der öffentlichen Verwaltung.

In Niedersachsen werden ebenfalls bereits die Straßenmeistereien bestreikt. Wenn alle Straßenmeistereien im Ausstand seien, bringe das auch was, sagte der Ver.di-Landeschef Wolfgang Denia dem Berliner "Tagesspiegel". In den rund 90 Straßenmeistereien arbeiteten nach Ver.di-Angaben gut 2000 Personen. Außerdem wolle die Gewerkschaft Landeskrankenhäuser und die Hochschulen bestreiken.

Unverständnis bei Arbeitgebern

Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) äußerte kein Verständnis. "Bislang war das Streikziel, die Länder wieder an den Verhandlungstisch zu bringen", sagte TdL-Geschäftsführer Ulrich Rieger der Zeitung. Da aber inzwischen ein Treffen für den 3. März verabredet sei, gebe es dafür keine Grundlage mehr.

Ver.di hatte Anfang Februar mit den öffentlichen Arbeitgebern bei Bund und Kommunen einen Tarifabschluss inklusive einer umfassenden Tarifreform erreicht. Diese Einigung gilt allerdings nicht für die Länder, da sie zuvor aus dem Tarifverbund von Bund, Länder und Kommunen ausgeschert waren. Bis heute weigern sich die meisten Bundesländer, auch Bayern, das Tarifergebnis zu übernehmen.