Arbeitslosenzahlen Müntefering feiert eigene Politik
Berlin - "Auch der Juni hat bewiesen, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt kein beliebiger Konjunkturhopser ist, sondern die Konsequenz einer zielführenden Politik", sagte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) heute in Berlin. Der anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit sei ein Erfolg einer bereits unter der rot-grünen Bundesregierung begonnenen Politik. Diese werde nun von der großen Koalition "gezielt und verstärkt" weitergeführt. Für die zunehmend vielen offenen Stellen, Arbeitskräfte zu finden, sei Aufgabe der Wirtschaft, der Arbeitnehmer selbst und der Politik gleichermaßen.
Die Bundesagentur für Arbeit hatte zuvor für Juni einen weiteren, deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit bekannt gegeben. Danach ging die Zahl der registrierten Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 125.000 auf 3,687 Millionen zurück. Im Vergleich zum Juni 2006 sank die Zahl um 712.000. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf Monatssicht von 9,1 auf 8,8 Prozent.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zeigte sich vor allem über den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit besonders erfreut. "Dass immer mehr Jugendliche einen neuen Arbeitsplatz finden, ist die beste Nachricht des Tages", sagte Pofalla in Berlin. Noch nie seit der Deutschen Einheit sei die Zahl arbeitsloser Jugendlicher so gering gewesen. Mehr als jeder vierte Arbeitslose unter 25 Jahren habe im vergangenen Jahr "seinen Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden".
Pofalla mahnte zugleich die konsequente Fortsetzung der Reformpolitik an, um die Chance auf mehr Beschäftigung nicht zu gefährden. Dazu zählten ein vereinfachtes Arbeitsrecht, die Halbierung der Zahl der Arbeitsmarktinstrumente sowie betriebliche Bündnisse für soziale Kapitalpartnerschaften. Es gebe die Chance, schon im Herbst die Weichen für die Mitarbeiterbeteiligung zu stellen.
"Zuwanderung lockern"
Der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Wolfgang Franz, rechnet mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Im Südwestrundfunk (SWR) prognostizierte Franz für dieses Jahr rund 3,7 Millionen registrierte Arbeitslose. Der Wirtschaftsweise erwartet ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent.
Um den Fachkräftemangel vor allem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zu lindern, sollte das Zuwanderungsgesetz nach Ansicht des ZEW-Präsidenten gelockert werden. Außerdem müssten ausländische Fachkräfte, die bereits in Deutschland arbeiten, besser integriert werden.
sam/AFP/DDP/dpa