Arbeitslosigkeit: Auch die Musterländer kriseln - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitslosigkeit Auch die Musterländer kriseln

Im Juni waren 230.000 Menschen mehr ohne Arbeit als im gleichen Monat 2001. Erstmals in diesem Jahr kletterte auch die Arbeitslosigkeit in den südlichen Bundesländern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Juni offenbar nur geringfügig zurückgegangen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sank die Zahl der registrierten Erwerbslosen gegenüber Mai nur um etwa 20.000 auf knapp unter 3,93 Millionen. Damit liege die Arbeitslosenzahl um rund 230.000 höher als im Juni des vergangenen Jahres. Es handele sich um die höchste Juni-Arbeitslosigkeit seit drei Jahren, schreibt das Blatt.

Erstmals in diesem Jahr habe auch Süddeutschland mit den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet, berichtete die Zeitung weiter. Die offizielle Bekanntgabe der Erwerbslosenzahl durch die Bundesanstalt für Arbeit ist für Dienstag kommender Woche geplant.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht für die deutsche Wirtschaft "eindeutig Aufschwungtendenzen". Diese Entwicklung habe allerdings "bedauerlicherweise noch nicht am Arbeitsmarkt Platz gegriffen", sagte Schröder am Donnerstag in seiner Regierungserklärung zur Lage der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes im Bundestag. Er fürchte, dass auch die Arbeitslosenzahlen im Juni "weniger optimistisch stimmen werden".

Gleichwohl liege die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Stand von 1998. Der damaligen Regierung warf er vor, dabei die Statistik sogar geschönt zu haben, in dem die Zahl der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen "kurz vor der Wahl" erhöht worden sei.