Arbeitslosigkeit Der Höhepunkt steht noch bevor
Nürnberg - Eine "marginale Erhöhung im Februar kann nicht ausgeschlossen werden", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, am Mittwoch in Nürnberg. Erfahrungsgemäß nehme die Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten um 500.000 zu. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass mit der üblichen Frühjahrsbelebung auch die Zahl der Erwerbslosen wieder deutlich abnehmen werde.
In diesem Punkt ist der Wirtschaftsweise Horst Siebert pessimistischer. Die Zeichen für eine Erholung der Konjunktur mehrten sich zurzeit, doch der Aufschwung werde nicht sehr dynamisch ausfallen. "Die Konjunkturerholung wird sich nicht nennenswert auf den Arbeitsmarkt auswirken, jedenfalls nicht in diesem Jahr", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Insgesamt werde die Bundesregierung ihr ursprünglich anvisiertes Ziel dennoch weit verfehlen. "Wir müssen im Jahresdurchschnitt 2002 mit vier Millionen Arbeitslosen rechnen", sagte Siebert am Mittwoch.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit saisonbereinigt deutlich um 31.000 gegenüber Dezember gestiegen. Die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen stieg binnen Monatsfrist um 326.000 auf rund 4,29 Millionen und lag damit ähnlich hoch wie vor zwei Jahren, wie die Bundesanstalt am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.